CO2-freie Zementproduktion: So geht es weiter bei Holcim
Die Pläne für ein klimaneutrales Zementwerk in Lägerdorf wurden zuletzt um zwei Jahre verschoben. 2030 soll es losgehen - wenn Ende November auch der Bundesrat dem Kohlenstoffspeichergesetz zustimmt.
Der Bundestag hat am Donnerstag das sogenannte Kohlenstoffspeichergesetz beschlossen. Es soll die Abscheidung und Speicherung von CO2 in unterirdischen Endlagern unter der Nordsee ermöglichen. Das hat auch Auswirkungen auf die Pläne des Unternehmens Holcim, das in Lägerdorf (Kreis Steinburg) ein klimaneutrales Zementwerk bauen will. "Wir sind froh über die Bundestag-Entscheidung und hoffen auf die Zustimmung vom Bundesrat", so Holcims Pressesprecher Nicolas Schnabel. Die Bundesrat-Entscheidung wird für den 21. November erwartet. Mit der rechtlichen Grundlage könnten die Planungen in Lägerdorf danach laut Schnabel weiter vorangehen.
CO2 aus der Zementproduktion im Meeresboden speichern
Holcim will das in der Zementproduktion entstehende CO2 abscheiden und per Pipeline nach Brunsbüttel transportieren, damit es dort im Meeresboden gespeichert wird. Im September hatte Holcim NDR Schleswig-Holstein mitgeteilt, dass der mögliche Starttermin für dieses Projekt von Ende 2028 auf 2030 verschoben wurde. Denn die Unterlagen für den Genehmigungsprozess konnten ohne den Beschluss der Bundesregierung für das Kohlenstoffspeichergesetz noch nicht eingereicht werden.
Bürgerdialog mit Experten vom GEOMAR
Am 17. November lädt das Holcim Zementwerk Lägerdorf zum fünften Mal zu einem Bürgerdialog in den Lägerdorfer Alsenhof ein. Diesmal wird Klaus Wallmann vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel als Gastredner dabei sein. Er forscht zu den Möglichkeiten und Risiken der CO2-Speicherung unter dem Meeresboden. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr. Das Unternehmen bittet um Anmeldung auf seiner Website oder alternativ per Telefon bei der Assistentin der Werksleitung Britta Busch unter (04828) 60 20 6 (7-14 Uhr).