KI und Demokratie: Warum Schüler in Osnabrück Fake News erstellen

Stand: 01.06.2026 05:50 Uhr

Fake News, manipulierte Bilder und KI-generierte Inhalte: An der Friedensschule Osnabrück lernen Jugendliche, wie wichtig kritisches Denken für die Demokratie ist - auch mithilfe selbst entwickelter Spiele.

von Kristin Häfemeier und Svenja Nanninga

Bei den Siebtklässlern geht es heute speziell um Fake News. Eine Gruppe blickt auf zwei Fotos: Auf einem Bild ist ein überdimensionales Insekt auf einer Parkbank zu sehen, daneben ein Foto mit Plastikflaschen an einem Strand und einem Kreuzfahrtschiff mit der Aufschrift "Green Energy" im Hintergrund. Die Aufgabe: In einem "Fake-News-Generator" sollen sich die Siebtklässler Fake News zu den Bildern überlegen. So entsteht unter anderem ein kurzer Text, in dem vor einer Art "Killerbienen-Virus" gewarnt wird.

Eine zunächst ungewöhnlich klingende Aufgabe, die zum Nachdenken anregt. Im Austausch zwischen Lehrer Marco Di Lenarda und der Gruppe wird deutlich, dass diese Fake News zum Beispiel Angst erzeugt.

Ein Anstoß, um in Zeiten von KI kritisch zu sein

Schülerinnen und Schüler sitzen an einem Tisch und sprechen mit einem Lehrer.
Rund um die Fake News tauschen sich die Schülerinnen und Schüler mit Lehrer Marco Di Lenarda aus.

Di Lenarda sind mehrere Punkte wichtig: Die Schülerinnen und Schüler sollen Spaß beim Lernen rund um das Thema Künstliche Intelligenz (KI) haben, aber auch kritisch durch das Leben gehen: "Und zwar gegenüber allem, was sie sehen. Gegenüber dem, was ich sage, gegenüber dem, was vielleicht der Schulleiter sagt, und gegenüber dem, was sie online lesen." Das werde immer schwieriger, so der Lehrer. Durch KI sei man mit Dingen konfrontiert, "die vielleicht leicht zu glauben sind".

Bei den Siebtklässlern stoßen die Inhalte der Lernwerkstatt auf Interesse. Schüler Henry Wiese sagte dem NDR Niedersachsen, er sei viel auf TikTok unterwegs und nutze andere soziale Netzwerke: "Ich finde das gut, dass wir hier lernen, wie man so etwas von der Realität differenzieren kann."

Wissen weitergeben - zum Beispiel mit Spielen

Ein Schüler erklärt einer Frau an einem Stand etwas.
Schüler Milo Hübener erklärt, was es mit der Figur auf sich hat.

Insgesamt geht es bei dem "demoKI Projekt" um mehrere Fragen: Was kann KI? Wie funktioniert KI? Was macht KI mit der Gesellschaft? "Wenn man KI-Bildung macht, macht man gleichzeitig auch Demokratie-Bildung", so Projektleiter Max Knolle.

Die Schülerinnen und Schüler sind mit selbst entwickelten Spielen auch außerhalb des Klassenzimmers unterwegs. Beim Deutschen Präventionstag in Hannover erklärt Achtklässler Milo Hübener eines davon. Dabei geht es darum, sich eine Figur einzuprägen und nachzubauen. Das Ergebnis entspricht nicht ganz der Vorlage - ähnlich wie bei KI. "Das sieht man vor allem bei Bildern, dass Personen dann auf einmal sechs oder vier Finger haben", so Hübener.

Spiele sind im Internet abrufbar

Ihr Wissen geben die jungen KI-Experten auch an die ältere Generation weiter: So gab es bereits einen Workshop mit Senioren, ein weiterer Termin ist geplant. Außerdem hat die Friedensschule Osnabrück die Lernprodukte im Internet auf der Projekt-Webseite auch anderen Interessierten zugänglich gemacht. Sie können frei genutzt werden.

NDR Auswertung: KI ist im Schulalltag in Niedersachsen ein Thema

Eine Auswertung von NDR Data gemeinsam mit dem NDR Niedersachsen hat zuletzt gezeigt, dass KI im Schulalltag in Niedersachsen durchaus ein Thema ist - mit Chancen, aber auch Herausforderungen.

Für die Auswertung wurde eine nicht repräsentative Umfrage unter allen weiterführenden Schulen in Niedersachsen durchgeführt. Geantwortet haben mehr als 500 Lehrkräfte und über 100 Schulleitungen.

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Hintergrund: Wie funktioniert die neue Google-Funktion?

Ein Schüler einer fünften Klasse macht sich Notizen, während neben ihm ein Tablet zu sehen ist.

Eine Auswertung zeigt: KI bietet neue Chancen im Schulalltag. Gleichzeitig wächst die Sorge vor neuen Betrugsmöglichkeiten.

Schülerinnen schreiben auf einen Block.

Eine NDR Umfrage in Niedersachsen zeigt: An vielen Schulen gab es bereits Verdachtsfälle mit KI-Betrug. Ein Nachweis ist oft schwierig.

Dieses Thema im Programm:

NDR Fernsehen | Hallo Niedersachsen | 03.06.2026 | 19:30 Uhr

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