Im Hauptbahnhof Hannover blickt ein Mann auf einen einfahrenden ICE.

Hamburg-Hannover: Alpha-E-Ausbau soll Deutschlandtakt ermöglichen

Stand: 22.09.2026 16:00 Uhr

Auf der Bahnstrecke Hamburg-Hannover könnten auch mit einem Ausbau der bestehenden Strecke deutlich mehr Kapazitäten geschaffen werden. Das geht aus einer am Dienstag vorgestellten Studie hervor. Auch der Deutschlandtakt sei möglich.

Der Landkreis Harburg, die Gemeinde Seevetal und die Samtgemeinde Hanstedt hatten die Studie bei Verkehrsberater Martin Vieregg in Auftrag gegeben. Die Studie vergleicht die geplante Neubaustrecke mit einer überarbeiteten Version des bereits bekannten Ausbaukonzepts Alpha-E. Diese Version enthält nach Angaben des Studienmachers noch zusätzliche Ausbaumaßnahmen. So sollen die Bahnhöfe in Lüneburg, Uelzen und Celle so umgebaut werden, dass ICE mit hoher Geschwindigkeit durchfahren können. Auch ein viertes Gleis zwischen Bad Bevensen und Uelzen sei nötig, um Überholmöglichkeiten zu schaffen. So könnte insbesondere die Fahrzeit auf der Strecke auf unter eine Stunde verkürzt werden. Damit wäre es auch möglich, auf der bestehenden Strecke den Deutschlandtakt einzuhalten, so Vieregg.

Gleise von Oben fotografiert.

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Studie: Nur wenige Gebäude müssten bei Ausbau weichen

Seevetals Bürgermeisterin Emily Weede (CDU) betonte, dass es laut der Studie möglich sei, die Strecke zu erweitern, ohne viele Häuser in Lüneburg und Uelzen abreißen zu müssen. Tatsächlich müssten laut Vieregg nur ein alter Güterschuppen in Lüneburg, ein kleines Anwesen bei Bad Bevensen (Landkreis Uelzen) und ein Gewerbegebäude in Uelzen weichen. Ein Ausbau der Strecke könnte der Studie zufolge in insgesamt 14 Modulen passieren. Einzelne Maßnahmen könnten so schon innerhalb weniger Jahre umgesetzt werden. Mit drei Milliarden Euro Gesamtkosten veranschlagt Vieregg nicht mal die Hälfte der Kosten für eine Neubaustrecke. Peter Dörsam vom Projektbeirat Alpha-E ist überzeugt, dass die Bahnstrecke für die Baumaßnahmen auch nicht dauerhaft gesperrt bleiben müsste. Gerade der Bau neuer Gleise entlang der Strecke funktioniere auch gut unter laufendem Betrieb.

Lösungsvorschlag soll den Bundestag erreichen

Die Neubaustrecke würde durch die Landkreise Harburg, Heidekreis und Celle führen. Dort wehren sich Anwohnende seit Jahren gegen die Pläne. Ihnen werde immer vorgeworfen, dass sie "NIMBYs" seien (NIMBY: "Not In My Back Yard"; Anm. d. Red.) und die Strecke nicht in ihren Gärten wollten, sagte Weede bei der Vorstellung der Studie. Es gehe ihnen aber nicht darum, etwas zu verhindern, sondern eine Lösung zu präsentieren. Das überarbeitete Ausbaukonzept Alpha-E sei so eine Lösung. Eine Referatsleiterin aus dem niedersächsischen Verkehrsministerium sieht in der Studie die Möglichkeit, Hinweise für Maßnahmen zu übernehmen, die schon vor einer möglichen Fertigstellung der Neubaustrecke zusätzliche Kapazitäten schaffen. Nun sollen die Ergebnisse der Studie auch an die Bundestagsabgeordneten in Berlin weitergegeben werden. Die Entscheidung im Verkehrsausschuss über die Neubaustrecke wurde noch einmal vertagt. Nun könnte der Bundestag Anfang Oktober entscheiden.

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Befürworter der Neubaustrecke zweifeln Studie an

Für Befürworter der Neubaustrecke bietet die Studie keine neuen Erkenntnisse. Laut Swantje Michaelsen, Bundestagsabgeordnete der Grünen, wurde vielmehr mit falschen, seit Jahren widerlegten Fakten gegen den Neubau argumentiert. Um kurzfristig die dringend benötigten Kapazitäten im Bahnverkehr zu schaffen, brauche es zwar auch einen Ausbau der bestehenden Strecke. Die Neubaustrecke sei dennoch unabdingbar, so Michaelsen. Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) bewertet die Studie auch kritisch, weil diese mit veralteten Annahmen arbeite. Die Bahn wollte sich zu der Studie am Dienstag nicht äußern. Bis zuletzt hatte sie aber vehement ausgeschlossen, dass mit einem Ausbau der Strecke die benötigten Kapazitäten geschaffen werden könnten.

Ein ICE fährt auf der Bahntrasse zwischen Hannover und Hamburg

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Ein ICE fährt auf der Bahntrasse zwischen Hannover und Hamburg.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Lüneburg | 22.09.2026 | 15:00 Uhr

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