Atommülllager Asse: Video zeigt erstmals eingelagerte Fässer
Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) hat Aufnahmen aus der Asse bei Remlingen (Landkreis Wolfenbüttel) veröffentlicht. Das Video zeigt einzelne Fässer mit Atommüll, die vor über 50 Jahren eingelagert wurden.
Die Aufnahmen entstanden nach Angaben der BGE im Rahmen einer Erkundungsbohrung in 750 Metern Tiefe in der Schachtanlage Asse II. Gefilmt wurde am Ende durch ein tennisballgroßes Loch, direkt in die Einlagerungskammer 12. Um dorthin zu gelangen, mussten Bergleute eine rund 117 Meter lange Bohrung herstellen. Begonnen wurde damit laut BGE bereits im Mai vergangenen Jahres. Die Aufnahmen zeigen mehrere gelb lackierte Fässer, die übereinander gestapelt sind.
BGE: Erster Eindruck der Fässer ist gut
"Unser erster Eindruck ist, dass zumindest die sichtbaren Fässer in einem guten Zustand sind", sagte BGE-Geschäftsführerin Iris Graffunder. Die Bohrung soll nun erweitert werden, um Messungen zu machen und herauszufinden, wie sich die Atmosphäre in der Kammer zusammensetzt. Dabei geht es auch um mögliche Radioaktivität, wie eine Sprecherin NDR Niedersachsen erläuterte. Fachleute hoffen so, Rückschlüsse auf den Zustand der Fässer ziehen zu können.
Fässer lagern in der Asse seit mehr als 50 Jahren
In der Asse lagern seit Jahrzehnten insgesamt rund 126.000 Fässer mit radioaktiven Abfällen, in insgesamt 13 Kammern. Allein in der Kammer 12 sind es laut BGE 6.747 Fässer, die in den Jahren 1973 und 1974 dorthin gebracht wurden. Die Aufnahmen entstanden im Rahmen der Vorbereitungen für die Rückholung der radioaktiven Abfälle. Da in das ehemalige Bergwerk Wasser eindringt, sollen die Fässer geborgen werden. Ende Juli hatte die BGE bereits ein Video von einem Salzwasserzufluss unter Tage veröffentlicht. Nach jüngsten Plänen soll frühestens 2033 mit der Rückholung der Abfälle begonnen werden.