Kommunen in MV mit hohem Defizit - Bertelsmann Stiftung warnt
Mecklenburg-Vorpommerns Kommunen haben 2024 rund 300 Millionen Euro Defizit gemacht. Ursachen sind stagnierende Steuereinnahmen und steigende Sozialausgaben. Mehrere Kommunen verhängten Haushaltssperren.
Die Kommunen in Mecklenburg-Vorpommern haben 2024 ein Defizit von rund 300 Millionen Euro erwirtschaftet - das erste Minus seit 2012. Grund sind stagnierende Steuereinnahmen und stark steigende Ausgaben, vor allem für Personal und Soziales. Das geht aus dem "Kommunalen Finanzreport 2025" der Bertelsmann Stiftung hervor.
Haushaltsperren in MV
Schwerin, Rostock und der Landkreis Vorpommern-Rügen mussten bereits Haushaltssperren verhängen. Besonders die Sozialausgaben belasten: Sie stiegen in zwei Jahren um mehr als ein Viertel auf 1,8 Milliarden Euro. Laut Stiftung werden diese Kosten überwiegend vom Bund vorgegeben, aber nicht ausreichend gegenfinanziert. Die Vorständin Brigitte Mohn spricht von einer "Zeitenwende für die Kommunen". Die Stiftung fordert mehr Bundesmittel und eine Staatsreform, um die Finanzlage dauerhaft zu verbessern.
Gemeinden im Osten besonders betroffen
Zwar investierten die Kommunen 2024 mit 1,2 Milliarden Euro so viel wie nie zuvor, doch die hohen Baukosten ließen den Investitionsrückstand weiter wachsen. Mecklenburg-Vorpommerns Kommunen bleiben zudem bundesweit steuerschwach. Besonders betroffen sind Gemeinden in der Mecklenburgischen Seenplatte und Vorpommern-Rügen.