EU-Flaggen vor dem Verwaltungsgebäude der EU-Kommission in Brüssel.

Kritiker werfen der EU-Kommission vor, jahrzehntelang nicht ausreichend gegen aggressive Steuersparmodelle vorgegangen zu sein - obwohl ihr dafür mehrere Rechtsmittel vorlagen.

Euro-Scheine

Seit den Luxleaks-Berichten über Steuersparmodelle steht EU-Kommissionschef Juncker unter Druck. Seine Behörde hat nun beschlossen, ihre Prüfungen der Steuerpraktiken auf die ganze EU auszuweiten.

Mit Marken wie Sagrotan oder Gillette verdient der Konzern Milliarden. Ein Teil davon fließt steuergünstig nach Luxemburg - womöglich zum Vorteil einer deutschen Milliardärsfamilie.

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Ein Fernseher

Während viele europäische Länder ihre Haushaltslöcher kaum noch stopfen könnnen, sparen Konzerne in Luxemburg mit legalen Tricks Milliarden. Christoph Lütgert ist auf Spurensuche gegangen.

Einzelfälle aus dem ersten Datensatz

Um die Steuerlast zu drücken, nutzt IKEA unter anderem eine sogenannte Lizenzbox: Gewinne landen in Form von Lizenzgebühren in den Niederlanden - und fließen weiter nach Luxemburg.

Auch E.ON taucht im Luxemburg-Leaks-Datensatz auf. Durch trickreiche Geschäfte hat der Energieriese mutmaßlich Steuerlöcher in Deutschland, Großbritannien und den USA verursacht.

Im Datensatz der Luxemburg Leaks taucht die Deutsche Bank mehrmals auf. Es geht dabei um äußert komplizierte Immobilienstrukturen, etwa in Luxemburg, Malta und auf den Cayman Islands.

Hintergrund

PricewaterhouseCoopers, Deloitte, KPMG, Ernst & Young: Diese vier Unternehmen haben das Beraten multinationaler Firmen perfektioniert. Sie werden auch die Big Four genannt.

Computer-Bildschirm mit Binärcodes (Montage)

Der Datensatz bei Luxemburg Leaks umfasst etwa 28.000 Seiten aus den Jahren 2008 bis 2010. Sie erlauben einen Einblick, mit welchen komplexen Methoden große Konzerne ihre Steuerquote drücken.

Wieso ist Luxemburg ein Steuerparadies? Ist Steuervermeidung legal? Wem entsteht Schaden? Und was wird dagegen getan? Antworten auf diese und andere Fragen finden Sie hier.

1997 wurde das International Consortium of Investigative Journalists gegründet. Sitz ist Washington. Mittlerweile arbeiten im ICIJ 185 Journalisten aus 65 Ländern zusammen.