Startschuss Hamburg: Sportliches Zuhause für queere Menschen

Stand: 11.06.2026 15:53 Uhr

Dieser Verein ist mehr als nur ein Sportverein: Er bietet queeren Menschen einen geschützten Raum für gemeinsamen Sport - fern von blöden Sprüchen oder Blicken.

von Boris Poscharsky

Ein kräftiger Wurf mit einem weichen Ball, ein klatschendes Geräusch, der Gegner ist getroffen und muss raus aus dem Feld - das ist Völkerball. Was viele noch aus ihrer Schulzeit kennen, wird dreimal in der Woche im Verein Startschuss Queer Sport Hamburg e.V. trainiert und gespielt

Rückenwind von Menschen, die sich feiern

Mitglieder des Hamburger Vereins Startschuss beim Völkerball-Training
Völkerball - für viele in der Schulzeit ein Albtraum. Diesen Männern macht es Spaß.

Seit 36 Jahren gibt dieser Verein queeren Menschen ein sportliches Zuhause. Was als Initiative für einen diskriminierungsfreien Trainingsraum begann, ist heute ein lebendiges Netzwerk mit über 1.000 Mitgliedern in mehr als 25 Disziplinen. Der Kern ist unverändert geblieben: ein Safer Space, in dem queere Menschen Sport treiben können - ohne blöde Sprüche, ohne Ausgrenzung, mit Respekt und echtem Teamgeist.

Klare Kante gegen Diskriminierung

Mitglieder des Hamburger Vereins Startschuss beim Völkerball-Training
"Be you": Hier im Verein Startschuss ist das möglich - ohne blöde Blicke.

Startschuss ist Sport und Statement zugleich. Der Verein richtet große internationale Turniere aus, ist selbstverständlich beim Hamburger CSD sichtbar und engagiert sich in Verbänden für klare Kante gegen Diskriminierung und für gelebte Vielfalt. Wer hier trainiert, findet nicht nur Trainingspläne und Trikots, sondern auch Rückenwind - von Menschen, die sich gegenseitig feiern und miteinander wachsen.

2026: Meilensteine und Lieblingsklassiker

2026 verspricht ein besonderes Jahr zu werden. Auf dem Spielplan stehen Meilensteine und Lieblingsklassiker:

Startschuss trainiert Technik, Kondition - und Haltung

Die Beine eines Mitglieds des Hamburger Vereins Startschuss
Der Regenbogen, Symbol der queeren Community, ist auch bei Startschuss zu sehen - auf Sportsocken.

Die Bandbreite der Angebote spiegelt die Bandbreite der Community. Zwischen 16 und 86 Jahren sind hier alle Generationen vertreten - und alle Levels willkommen. Von Badminton und Bowling über Raufen und Fußball bis hin zu Völkerball und Yoga reicht das Spektrum. Manche kommen für den Wettkampf, andere für die Bewegung, viele für beides. Entscheidend ist: Jede Person findet ihren Platz, ihr Tempo, ihr Team.

Auf dem Parkett, dem Rasen und der Matte entsteht so mehr als sportliche Routine. Es ist ein Miteinander, das Regeln ernst nimmt und Klischees locker ausspielt. Startschuss trainiert Technik, Kondition - und Haltung. Denn wer gemeinsam schwitzt, lernt Unterschiede zu respektieren und Gemeinsamkeiten zu feiern. Das strahlt über die Sporthalle hinaus in Verbandsarbeit, Stadtgesellschaft und queere Netzwerke hinein.

Offen, sicher, sichtbar

Bei den Völkerballern ist all das zu sehen, Spaß, viel Bewegung, viele gute persönliche Kontakte entstehen in einem Raum ganz ohne blöde Sprüche gegen queere Menschen.

Startschuss ist Hamburgs queerer Sportschatz - offen, sicher, sichtbar. Ein Verein, der beweist, dass Leistung und Lebensfreude zusammengehören, dass Fair Play ohne Kompromiss inklusiv ist und dass ein Team am stärksten ist, wenn alle dazugehören. Hier wird Vielfalt nicht nur geschützt, sondern gelebt. Und ja: auch mit Glitzer.

Fröhliche Menschen legen ihre Hände aufeinander, mittig im Bild ist der Schriftzug "Verein(t) im Norden".

Die NDR Publikumsaktion stellt in diesem Jahr Vereine aus Norddeutschland vor, die zeigen: Zusammen sind wir stärker.