Vorstellung bei den "Roten"
"Mitnehmen und anzünden": Sandro Wagner startet bei Hannover 96
Was sich länger angebahnt hatte und am Samstag verkündet wurde, ist nun auch offiziell gestartet: Sandro Wagner ist Trainer von Hannover 96. Und der 38-Jährige hat schon Ansätze, wie er den Fußball-Zweitligisten nach oben führen will.
Er habe schnell "Bock auf die Aufgabe" bekommen, sagte Wagner bei der offiziellen Vorstellung am Montag. Hannover als Club und als Stadt hätten eine große "Wucht". Je mehr er sich "mit dem Thema auseinander gesetzt habe, desto mehr Lust hatte ich auf die Aufgabe".
Wir haben tolle Jungs in der Kabine. 96-Trainer Sandro Wagner
Der 38-Jährige, der sich selbst als "Arbeiter" charakterisierte, freut sich darauf, direkt "mit den Jungs zu starten". Den Kader sieht er gut aufgestellt, er habe "tolle Jungs in der Kabine". Zunächst gehe es nun darum, die Spieler kennenzulernen. Generell möchte er alle - Team, Mitarbeitende und Zuschauende - "mitnehmen und anzünden". Er wolle "maximal erfolgreich" sein und habe zudem den "Anspruch, Spieler zu entwickeln" und die "Vernetzung mit der Akademie" voranzubringen.
Arbeitsfelder "Gegenpressing" und "Boxbesetzung"
Genau eine Woche nach der Entlassung von Christian Titz ist Wagner seit Montag also auch offiziell als dessen Nachfolger gestartet. Sport-Geschäftsführer Jonas Boldt hatte den gebürtigen Münchner bei der Bekanntgabe seiner Verpflichtung dafür gelobt, dass er "außergewöhnlich gut vorbereitet" gewesen sei.
Aufbauend auf seiner Analyse vom "Kader und dem bisherigen Saisonverlauf" wird er seinen Spielstil nun in den kommenden Wochen gemeinsam mit der Mannschaft auf den Rasen bringen müssen. Die dreiwöchige Länderspielpause soll helfen, Club und Team schnell besser kennenzulernen. Er wolle intensiven und aktiven Fußball spielen lassen. "Wir werden uns jetzt nicht hinten verbarrikadieren und nur verteidigen, sondern wir haben schon Bock, mit Ball gute Ideen zu haben."
Als erste Arbeitsfelder mit der Mannschaft hat er die "Aggressivität gegen den Ball und Gegenpressing" sowie die "Boxbesetzung" identifiziert. Er warb aber auch um ein bisschen Geduld: "Es geht nicht von jetzt auf gleich." Wagner betonte zudem, dass unter seinem Vorgänger Titz vieles "gut bis sehr gut gewesen" sei.
Bochum-Sieg gibt "tabellarisch Rückenwind"
Das ist ganz im Sinne von Boldt, der in der Wagner-Verpflichtung "keinen kompletten Stilbruch" sieht. Es sei darum gegangen, einen Coach zu finden, der "Hannover als Chance sieht". Der Sport-Geschäftsführer erhofft sich neben der fußballerischen Entwicklung auch eine andere Art der Führung und Ansprache.
Am Rande des knappen 2:1-Erfolgs am Sonntag gegen den VfL Bochum hatte Boldt am Sonntag bei "Sky" gesagt: "Wir wollen auch weiterhin aktiven und intensiven Fußball spielen. Das hat ja schon sehr gut gepasst. Ich glaube, dass vielleicht der Führungsstil von Sandro ein anderer ist, du musst die Jungs auch erreichen, das ist zuletzt vielleicht bei Christian auch ein Stück weit verloren gegangen." Wagner charakterisiert er als "Typ, der akribisch arbeitet und für die Aufgabe brennt".
Wagner soll die aufstiegsambitionierten Hannoveraner, die nach dem Holperstart in die Saison aktuell sechs Punkte hinter Rang drei (Heidenheim) und neun Zähler hinter Platz zwei (Nürnberg) stehen, in die Spitzengruppe führen.
Can Ünal kommt als Co-Trainer vom FC Bayern
Zusätzliche Unterstützung bekommt er dabei von Can Ünal, der vom Nachwuchs des FC Bayern München an den Maschsee wechselt und als Co-Trainer in Wagners Team arbeiten wird. Wagner beschreibt den 28-Jährigen als "sehr talentierten und ambitionierten Trainer, der sehr akribisch arbeitet. Er komplettiert das Trainerteam, dem auch weiterhin Levent Sürme und Clemens Döring angehören.
Der knappe Erfolg über Bochum gebe "uns tabellarisch Rückenwind", so Wagner. In der Länderspielpause werden er und sein Team tabellarisch nichts bestellen können. Für weiteren Rückenwind aber können und wollen sie selbst sorgen. Sein erstes Spiel an der Seitenlinie von 96 ist am 10. Oktober in Magdeburg (13 Uhr, im NDR Livecenter).