Champions League
"Wollen Mailand dominieren" - VfL-Frauen vor Inter-Duell selbstbewusst
Die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg wollen heute Abend im Hinspiel der dritten Qualifikationsrunde zur Champions League gegen Inter Mailand den Grundstein für den Einzug in die Gruppenphase der "Königsklasse" legen. Die Vorzeichen stehen gut.
Denn die "Wölfinnen" stellten am vergangenen Samstag in ihrem Bundesliga-Auftaktspiel beim 1. FC Nürnberg sofort unter Beweis, dass sie trotz des abermaligen personellen Umbruchs bereits erstaunliche Moral entwickelt haben. Nach einem 0:2-Pausenrückstand setzten sich die Niedersächsinnen, die elf neue Spielerinnen integrieren müssen und Leistungsträgerinnen wie Alexandra Popp und Lineth Beerensteyn verloren, noch mit 8:2 durch.
"Wir haben viel Selbstvertrauen getankt aufgrund der zweiten Halbzeit. Gerade in der Offensive habe ich viele gute Momente gesehen", sagte VfL-Coach Stephan Lerch. "Deswegen gehen wir mit einem guten Gefühl ins Spiel", ergänzte der 42-Jährige mit Blick auf das erste Duell mit den Mailänderinnen heute (18 Uhr) vor heimischer Kulisse.
Stürmerin Zicai sieht VfL klar im Vorteil
Lerch sieht einen "guten Entwicklungsprozess" bei seinem Team. Gegen die Italienerinnen aber könnte die Aufgabe noch kniffliger als gegen Nürnberg werden. Der Vizemeister sei "diszipliniert und strukturiert in der Defensive", so der Coach. Zudem habe Inter "viel Tempo in der Spitze", führte Lerch aus. Bangemachen aber gilt für seine Fußballerinnen natürlich nicht: "Wir müssen bei uns bleiben."
In dieselbe Kerbe schlug auch Cora Zicai. "Ohne jetzt überheblich klingen zu wollen: Wir können auf allen Ebenen besser sein, wenn wir unsere Bestleistung auf den Platz bringen. Wir wollen Mailand dominieren", sagte die gegen Nürnberg mit zwei Toren und zwei Vorlagen stark auftrumpfende Nationalspielerin.
Warum es bei ihr auf einmal nach einer eher durchwachsenen Premieren-Saison im VfL-Dress auf einmal so gut läuft? "Ich habe gerade recht viel Selbstbewusstsein. Ich genieße es, mit der Mannschaft zu zocken. Sie macht es mir aber auch sehr leicht", erklärte die 21-Jährige.
Wolfsburger Trio fällt weiterhin aus
Das Team scheint also schnell zusammengewachsen zu sein und das Binnenklima zu stimmen. Das Verpassen der Gruppenphase in der Champions League wäre da gewiss ein großer Dämpfer für die "Wölfinnen". Aber daran verschwenden sie auch überhaupt keine Gedanken, wie Zicai bekräftigte: "Wir wissen um die Qualitäten von Mailand, sind aber auch sehr gut drauf. Das ist für uns ein Pflichtsieg, wir wollen in jedem Fall dabei sein."
Auf die Hilfe der noch verletzten Lena Lattwein, Cecilie Fløe und Giovanna Hoffmann müssen die Wolfsburgerinnen bei der "Mission Weiterkommen" aber verzichten. Davon machte Lerch jedoch kein Aufhebens. Warum auch? Die Partie gegen Nürnberg zeigte, welch großes Potenzial diese Wolfsburger Mannschaft hat.
Und so hoffen die VfL-Frauen natürlich, im ersten Duell mit Mailand schon für eine Vorentscheidung sorgen zu können. Das Rückspiel am 2. September (18.30 Uhr) in Italien könnte in diesem Fall zu einer der angenehmeren Dienstreisen werden.