Horst-Dieter Höttges im Trikot von Werder Bremen

Gefürchtet und geachtet: "Eisenfuß" Höttges

Stand: 09.01.2024 14:00 Uhr

Bei seinen Gegenspielern war Horst-Dieter Höttges wegen seines kompromisslosen Einsatzes gefürchtet, nicht von ungefähr erhielt er den Spitznamen "Eisenfuß". Höttges bestritt mehr Bundesliga-Partien für Werder Bremen als jeder andere Feldspieler - insgesamt 420.

Der gebürtige Mönchengladbacher verließ 1964 seinen Heimatverein Borussia nach einem Jahr in der Regionalliga West und wechselte in die Bundesliga zu Werder. So verpasste Höttges den Aufstieg der Gladbacher "Fohlenelf" um Günter Netzer, Jupp Heynckes und Berti Vogts sowie die anschließende "goldene Ära" mit zahlreichen Titeln.

Höttges holte mit Werder nur einen großen Titel: die Meisterschaft 1965. "Gleich in meiner ersten Bremer Saison diesen Erfolg zu feiern, hat den prägendsten Eindruck hinterlassen", so der Verteidiger. Danach dümpelte Werder allerdings zumeist im Mittelmaß. Immerhin galt Höttges' Spruch: "Mit mir steigt Werder nicht ab!" Am Ende der Saison 1977/1978 hängte Höttges die Schuhe an den Nagel, zwei Jahre später war Werder nur noch Zweitligist.

Spitzname "Eisenfuß"

Höttges blickt auf eine bemerkenswerte Karriere zurück: Er verbuchte vom 22. August 1964 bis zum 29. April 1978 für die Bremer 420 Bundesligaeinsätze - übertroffen wird er nur von Torwart Dieter Burdenski (444). Dem zweikampfstarken Verteidiger gelang in jeder Spielzeit für Werder mindestens ein Tor. Insgesamt erzielte er 55 Bundesliga-Treffer, davon 39 durch Elfmeter. In der Nationalmannschaft gehörte der Innenverteidiger lange Zeit ebenfalls zu den Leistungsträgern.

Beim WM-Erfolg 1974 kam er allerdings nur zu einem Kurzeinsatz bei der Niederlage gegen die DDR. Beim EM-Sieg 1972, als die deutsche Elf mit ihrem attraktiven Fußball die Fans begeisterte, war er Stammspieler.

Respekt vom Gegner

Seine langjährigen Bundesliga-Gegenspieler, in der Nationalmannschaft Teamkollegen, haben den kompromisslosen Höttges nicht vergessen. "Er ging keinem Zweikampf aus dem Weg, kämpfte aber immer mit offenem Visier", verriet Ehrenspielführer Uwe Seeler vom Nordrivalen Hamburger SV. Bayern-Torjäger Gerd Müller erinnerte sich: "Er war einer der unangenehmsten Gegenspieler, gegen den ich antreten musste."

Lange Zeit Gast im Weserstadion

Höttges ist einer von acht Werder-Ehrenspielführern und lange Zeit regelmäßig Gast im Weserstadion gewesen. Auch bei Europacup-Reisen war er häufig dabei. Diese Zeiten sind vorerst vorbei. "Aber vielleicht erlebe ich es ja noch, dass die Erfolge von früher zurückkehren", hofft Höttges.

Diesem Wunsch kann der Verein vorerst nicht entsprechen. 2021 steigt er ab. Immerhin muss Werder Bremen lediglich eine Saison in der Zweiten Liga verbringen. Doch Höttges kann die Spiele nicht mehr verfolgen. Er ist schon vor Jahren an Demenz erkrankt.Sein Gesundheitszustand hat sich verschlechtert. Am 22. Juni 2023 stirbt der Ex-Fußballer im Alter von 79 Jahren.

Das Team von Werder Bremen im Jahr 1965

In nur zwölf Monaten von der grauen Maus zum Champion: Dieses Kunststück gelang Werder in der Bundesliga-Saison 1964/65. Bremens "Beton-Abwehr" ging in die Geschichte ein.

Dieses Thema im Programm:

Sport aktuell | 10.09.2018 | 10:25 Uhr

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