Raíces unidas - Omar Sosa, Seckou Keita und die NDR Bigband
Wenn die NDR Bigband am 29. September gemeinsam mit dem kubanischen Pianisten Omar Sosa und dem senegalesischen Kora-Spieler Seckou Keita spielt, gibt es Groove vom Feinsten in der Elbphilharmonie.
Di, 29.09.2026 | 20 Uhr
Hamburg, Elbphilharmonie, Großer Saal, Platz der Deutschen Einheit
Raíces unidas
Omar Sosa (p, comp)
Seckou Keita (cora, voc, comp)
Steffen Schorn (arr, cond)
NDR Bigband
Der Blues! Kommt aus der Wüste
Der aktuelle Siemens-Musikpreisträger Jordi Savall hat durch Forschungen und in Aufnahmen nachgewiesen, dass ein wesentlicher Teil der Musik Mittel- und Südamerikas aus Afrika stammt. "Sag' ich doch schon lange!", könnte Omar Sosa sagen. Denn der kubanische Pianist hat sich von Anfang an nicht nur mit Son, Soul, Elektronica, klassischer Musik und Hip-Hop, sondern durch seine afrokubanische Santerìa-Religion auch mit den Wurzeln der kubanischen Musik beschäftigt.
Dabei ist er nicht nur auf Kuba, sondern auch in Ecuador und den USA fündig geworden. "Wenn man sich mit den Traditionen beschäftigt, entdeckt man eben auch die Verbindungen in unserer Kultur. Das ist universal, weil die afroamerikanische Musik in einem wesentlichen Teil afrikanisch ist."
Keita und Sosa: Verbindung von Anfang an
Die "Santerìa" schickte Sosa einst auf die Reise, auf dieser entdeckte er um die Jahrtausendwende auch marokkanische Gnawa-Musik, spielte mit nordwest- und westafrikanischen Musikern zusammen, unter anderem seit 2012 mit Seckou Keita. Den senegalesischen Kora-Spieler und Sänger lernte Sosa zufällig in London kennen. Man habe ein bisschen gejammt, und weil das so gut funktioniert habe, zwei Wochen später in Osnabrück im Studio gestanden.
Ein Baum mache noch keinen Wald, aber Spurensuche führe ein Wurzelwerk zusammen. "Das Problem ist nicht etwas zu benennen, das Problem ist, zu teilen, am selben Tisch zu sitzen, vom selben Teller zu essen, so wie man es in Afrika mit den Händen macht." Es gehe um das Gemeinsame, nicht um das Trennende.
Sosa: Gemeinsames Musizieren ist Menschlichkeit
Wenn nun Steffen Schorn mit Omar Sosa, Seckou Keita und der NDR Bigband am großen Musiktisch sitzt, ist das sowohl ein Sprung ins Neue als auch ein Zwischenresümee - "raíces unidas", vereinte Wurzeln, gewachsen aus Neugier und Respekt. Denn im gemeinsamen Musizieren, so Sosa, zeige man Liebe, Mitgefühl und Menschlichkeit.
Und umso besser, wenn das groovt! "Ich glaube an das Lachen und die Bewegung - gerade in einer Welt, in der man von so viel Konfusion und Information absorbiert wird. Das ist die afrikanische Kultur! Auch in Kuba ist das so. Wenn du tanzt, dann bist du spirituell, dann trittst du mit deinem Sein und den anderen in Verbindung." Es wird ein schwungvolles Festmahl werden.
Autor: Henry Altmann