Feuer zerstört Reetdachhaus in Schenefeld - Großeinsatz beendet
In Schenefeld im Kreis Pinneberg waren Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst bis zum Montagmittag bei einem Großbrand im Einsatz. Die Polizei ermittelt und beziffert den Schaden auf 1,5 Millionen Euro.
In Schenefeld (Kreis Pinneberg) war die Feuerwehr am frühen Montagmorgen mehrere Stunden im Einsatz, um ein brennendes Reetdachhaus zu löschen. Gegen 2.30 Uhr war der Brand in dem historischen Gebäude in der Nedderstraße gemeldet worden.
Innerhalb kürzester Zeit hätten die Flammen fast das gesamte Reetdach erfasst, so die Feuerwehr. In der Spitze waren 80 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei vor Ort.
Feuerwehrmann aus der Nachbarschaft rettet Anwohner
Obwohl die meisten Bewohner im Schlaf von dem Feuer überrascht wurden, konnten den Angaben zufolge alle das Gebäude rechtzeitig verlassen. Schwer verletzt wurde demnach niemand.
Wohl auch, weil ein Feuerwehrmann in direkter Nachbarschaft wohnt. Er sei durch den ausgelösten Alarm auf das Feuer aufmerksam geworden und konnte die noch schlafenden Anwohner wecken, berichtet Kreisfeuerwehrsprecher Thorsten Hintz.
"Die Anwohner hatten Glück im Unglück", so Hintz weiter. Der Rettungsdienst kümmerte sich vor Ort um insgesamt zehn Personen, darunter auch zwei Einsatzkräfte der Feuerwehr. Ins Krankenhaus musste aber niemand.
Historisches Reetdachhaus auch als "Schäferhaus" bekannt
Die Nedderstraße in Schenefeld ist nach Angaben von Schenefelds Bürgermeisterin Christiane Küchenhof (SPD) die älteste Straße der Stadt. Das Reetdachhaus sei 1850 gebaut worden und in Schenefeld vor allem als das "Schäferhaus" bekannt.
Reetdachhaus nach Feuer unbewohnbar
Von Dach und Obergeschoss ist nach dem Brand kaum noch etwas übrig - das Haus ist laut Feuerwehr unbewohnbar. In dem Gebäude gibt es drei Wohneinheiten. Die acht Bewohnerinnen und Bewohner seien zum Teil bei Freunden und Bekannten untergekommen. Für die anderen habe die Stadt Schenefeld vorerst eine Unterkunft organisiert.
Polizei ging von Brandstiftung aus - Ermittlungen laufen
Die Polizei vermutete zunächst Brandstiftung, teilte am Nachmittag aber mit, dass die genaue Ursache noch unklar sei. Aktuell seien Ermittler vor Ort, um die Nachbarschaft zu befragen und sich den Brandort anzuschauen. Der Schaden wurde von der Polizei am Morgen vorerst auf 1,5 Millionen Euro geschätzt.