Vorsicht, Täuschung: Wie man gefälschte Dokumente erkennt
Gefälschte Zeugnisse, manipulierte Ausweise: Die Zahl der Urkundenfälschungen in Niedersachsen bleibt hoch. Allein 2025 registrierte die Polizei in Niedersachsen rund 8.700 Fälle.
Eine Fälschung verrät sich nicht immer durch offensichtliche Fehler. "Oft sind es minimale Abweichungen, die erst bei genauer Untersuchung sichtbar werden", sagt Sarah Kohls vom Landeskriminalamt (LKA). Die Chemiedirektorin leitet den Fachbereich Urkunden/Handschriften und rät, sich nie auf ein einzelnes Merkmal zu verlassen. So könnten auffällige Schriftarten oder Rechtschreibfehler, aber auch Zeilenabstände oder Übergänge Hinweise auf eine Fälschung geben, entscheidend sei immer das Gesamtbild. Bestehen Zweifel an einem Dokument oder der Identität einer Person, sollte die Polizei informiert werden.
Hier kommen gefälschte Dokumente zum Einsatz
Zunächst prüfen Spezialisten der örtlichen Polizeidienststellen die Echtheit. Reicht das nicht aus, übernimmt das Landeskriminalamt. Dort untersuchen Expertinnen und Experten Papier, Druckverfahren und Sicherheitsmerkmale mit speziellen Vergrößerungs- und Lichttechniken. Mit gefälschten Urkunden könne jeder konfrontiert werden, betont das LKA - überall dort, wo Identitäten, Berechtigungen, Qualifikationen oder andere Tatsachen durch Dokumente nachgewiesen werden sollen. Grundsätzlich würden gefälschte Dokumente vor allem zur Täuschung im Straßenverkehr (Führerscheine), in Visa-Angelegenheiten (Pässe und Ausweise) sowie zur Begehung von Straftaten wie Betrugsdelikten genutzt, heißt es.
Mit diesen Tipps können Fälschungen erkannt werden
- Passt das Dokument insgesamt zusammen? Ungewöhnliche
Schriftarten, unterschiedliche Schriftgrößen, unsaubere
Übergänge, Rechtschreibfehler oder auffällige Abstände können
Hinweise auf Veränderungen sein.
- Sind die Angaben plausibel? Namen, Geburtsdaten, Ausstellungs-
und Gültigkeitsdaten sowie andere Angaben sollten zueinander
passen.
- Wirkt das Lichtbild nachträglich verändert? Auffällige Ränder,
Übergänge oder Unterschiede in der Darstellung können ein Grund
sein, genauer hinzusehen.
- Sind vorhandene Sicherheitsmerkmale erkennbar? Je nach Dokument
können beispielsweise Hologramme, Kippeffekte, feine
Linienstrukturen oder andere optische Merkmale vorhanden sein.
Beim elektronischen Personalausweis werden etwa Hologramme
und ein Farbwechsel beim Kippen eingesetzt.
- Nicht nur auf ein Merkmal verlassen. Einzelne
Sicherheitsmerkmale können nachgeahmt werden. Entscheidend ist
deshalb immer das Gesamtbild.
Bei Zweifeln die Polizei kontaktieren
Das LKA rät, besonders vorsichtig zu sein, wenn mit einem vorgelegten Dokument unmittelbar eine Forderung verbunden wird. Drängt eine Person beispielsweise auf einen sofortigen Vertragsabschluss oder gibt sich als Polizeibeamte aus und fordert Geld oder sensible Informationen, sollte man sich nicht unter Druck setzen lassen. Bestehen Zweifel an der Identität einer Person, solle umgehend die Polizei kontaktiert werden.