Erste Miss Germany mit Kopftuch? Niedersächsin steht im Finale

Stand: 07.03.2026 18:19 Uhr

Die Miss-Germany-Wahl in München ist mehr als nur ein Schönheitswettbewerb. Es geht nicht mehr nur um perfekte Maße, sondern um Stärke und gesellschaftliches Engagement. Mit dabei: Büsra Sayed aus Niedersachsen.

von Britta Nareyka

Büsra Sayed ist in Georgsmarienhütte geboren und aufgewachsen. Nach dem Fachabi studierte sie erst öffentliches Management. Parallel dazu gründete sie vor drei Jahren ihre eigene Modemarke. Im Fokus stehen dabei stylische und funktionale Kopftücher. "Die deutsche Modebranche übersieht diese Nische und die Nachfrage war hoch. Deswegen dachte ich, ich nehme es selbst in die Hand", so die 27-Jährige. Angefangen hat sie im Keller der Eltern mit dem ersten Paketversand. Mittlerweile beschäftigt sie fünf Mitarbeitende, verdient als Unternehmerin ihren Lebensunterhalt.

Comedy gegen Alltagsrassismus

Büsra Sayed blickt auf ihr Handy.
Büsra Sayed erlebt immer wieder Alltagsrassismus und verarbeitet das Erlebte mit Comedy-Videos auf Instagram.

Ihr zweites Standbein: Instagram. Als Influencerin begeistert sie ihre Follower vor allem mit Comedy-Inhalten. Und zeigt dabei oft schauspielerisches Talent. Büsra schlüpft in unterschiedliche Rollen wie zum Beispiel die der blonden, überdrehten Lehrerin, die die Namen ihrer Schülerinnen und Schüler falsch ausspricht. "Büsra? Ich nenn‘ Dich Buschi, das klingt wie Uschi." Lustige Videos mit ernstem Hintergrund. Denn es sind genau solche Erlebnisse, die Büsra Sayed selbst erlebt hat und die sie auf diese Art und Weise verarbeitet.

Bruschetta statt Büsra

Büsra Sayed vor dem Spiegel
Büsra Sayed ist eine von mehr als 2.500 Kandidatinnen, die sich in diesem Jahr beworben haben.

"Ich wurde von meinem Lehrer auch gerne mal vor der ganzen Klasse 'Bruschetta' genannt, aber das ist noch so das Harmloseste, würde ich sagen", erzählt sie. Im Alltag habe sie immer wieder Rassismus erlebt. Mittlerweile habe sie einen Weg gefunden, damit umzugehen, früher habe es sie sehr getroffen. Bis heute bekommt sie regelmäßig Hasskommentare und andere beleidigende Sprüche - auch in Bezug auf ihre Miss-Germany-Teilnahme. "Ich finde es immer schöner, auf Hass mit Liebe zu reagieren", so die Georgsmarienhütterin zu ihren Comedy-Videos.

Erste Miss Germany mit Kopftuch?

Büsra und ihre Schwester Beyda posieren vor dem Handy
Ihre Schwester Beyda (rechts) ist überzeugt, dass Büsra am Ende den Titel nach Niedersachsen holen kann.

Mit dieser Stärke möchte sie auch auf der Miss-Germany-Bühne am Freitagabend punkten. Ihre Familie und die Freunde stehen hinter ihr, reisen mit nach München zum Finale und haben sogar extra Plakate drucken lassen. Beyda Ekiz traut ihrer Schwester zu, dass sie am Ende ganz oben steht. "Büsra ist diszipliniert und wenn sie was möchte, dann schafft sie das auch."

Ein Traum, der sich für Büsra Sayed heute Abend erfüllen kann. "Tatsächlich habe ich mich beworben, um zu zeigen: Hey, eine deutsche Frau kann auch so aussehen wie ich. Und ich glaube es braucht langsam auch mal neue Vorbilder, die vielleicht anders aussehen."

Die Finalistin Büsra Sayed

Die Finalistin Büsra Sayed ist in Georgsmarienhütte geboren und aufgewachsen. Nach dem Fachabi gründet sie ihre eigene Modemarke für Kopftücher.

Frau mit Tschador
Bilderstrecke

Burka, Tschador, Niqab oder Chimar - welche Kopfbedeckung sieht wie aus? Ein Überblick.

Dieses Thema im Programm:

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