Zu teuer: Wenn Lastwagen ohne Diesel fahren

Stand: 25.09.2026 21:11 Uhr

Diesel ist teuer - Biomethan kann für Logistiker eine günstigere Alternative sein. Das Unternehmen Rüschen aus Lathen setzt bereits auf Bio-CNG und Bio-LNG. Kann dies eine langfristige Lösung sein?

von Jan Niestegge

Die aktuell hohen Dieselpreise belasten vor allem Unternehmen, deren Fahrzeuge täglich viele Kilometer zurücklegen. Der beschlossene Tankrabatt soll für Entlastung sorgen. Einige Logistiker setzen allerdings schon heute auf Alternativen. Das Unternehmen Rüschen aus Lathen (Landkreis Emsland) betreibt Lastwagen mit Bio-CNG und Bio-LNG - das ist Biomethan. CNG steht für Compressed Natural Gas (Komprimiertes Erdgas), LNG für Liquefied Natural Gas (Flüssigerdgas). Geschäftsführer Philipp Rüschen sieht derzeit stabilere Preise als beim Diesel. Dem stehen allerdings höhere Anschaffungskosten und schlechtere Restwerte der Fahrzeuge gegenüber. Entscheidend sei deshalb, ob sich der Antrieb über die gesamte Nutzungsdauer rechnet.

Mehr LNG-Lastwagen auf Niedersachsens Straßen

Noch sind CNG- und LNG-Lastwagen auf Niedersachsens Straßen selten. Während die Zahl der CNG-Lkw in den vergangenen Jahren leicht zurückging, vervierfachte sich der Bestand an LNG-Lkw seit 2021, wie Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes zeigen. Anne Schierenbeck von der Hochschule Osnabrück verweist auf die langen Investitionszyklen der Branche: Lastwagen seien im Durchschnitt neun Jahre auf der Straße. Speditionen müssten sich deshalb heute für einen Antrieb entscheiden, dessen Kosten und Rahmenbedingungen sich über viele Jahre verändern können.

Video: Hohe Dieselpreise: Günstiger fahren mit Biomethan? (1 Min)

Regionale Anlagen stellen die alternativen Kraftstoffe her

Das Biomethan für seine Fahrzeuge bezieht Rüschen unter anderem von einem Partner aus der Region. Dort entsteht aus organischem Material wie Pferdemist zunächst Biogas, das anschließend zu Biomethan aufbereitet wird. Komprimiert kann es als Bio-CNG, verflüssigt als Bio-LNG eingesetzt werden. Nach Angaben des Anlagenbetreibers Christoph Terhorst reicht allein die dort aus Mist und Mais erzeugte Gasmenge rechnerisch aus, um 100 Lkw ein Jahr lang im Nahverkehr zu betreiben. Deutschlandweit bieten laut dem Beratungsunternehmen gibgas.de derzeit knapp 200 Tankstellen Bio-LNG und 560 Bio-CNG an.

Biomethan: Eine knappe Ressource

Mehrere Lkw stehen auf dem Hof eines Unternehmens
Das Unternehmen Rüschen setzt auf mehrere Antriebsformen: Bio-LNG, Bio-CNG, Elektro und Diesel.

Doch Biomethan steht nicht unbegrenzt zur Verfügung. Schierenbeck bezeichnet es als knappe Ressource, die nicht nur im Verkehr, sondern auch in der Industrie und im Gebäudesektor eingesetzt werden kann. Steigt die Nachfrage, kann deshalb auch der Preis steigen. Rüschen setzt aus diesem Grund nicht allein auf Gas, sondern kombiniert Bio-CNG und Bio-LNG mit Elektroantrieben und Diesel. Welcher Antrieb sich für das Unternehmen rechnet, hängt vom jeweiligen Einsatz ab - und nicht nur vom Preis an der Zapfsäule an einem einzelnen Tag.

Blick auf Zapfsäulen für Benzin und Diesel an einer Tankstelle.

Am Freitagnachmittag hat der Tankrabatt nach dem Bundestag auch den Bundesrat passiert. Der Spritpreis sinkt um 17 Cent.

Benzin wird mit einer Zapfpistole in ein Auto gepumpt.

Spritpreis so hoch wie nie. Pipeline-Schäden in Saudi-Arabien und Huthi-Drohungen lassen den Ölpreis steigen.

Zapfhähne an einer Tankstelle.

Während der ADAC die 12-Uhr-Regel abschaffen will, spricht sich das Wirtschaftsministerium für eine andere Uhrzeit aus.

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