Covid-19-Forschung: Was hat Niedersachsen aus der Pandemie gelernt?
Niedersachsen ist gut durch die Pandemie gekommen - diese Bilanz hat Gesundheitsminister Andreas Philippi (SPD) am Freitag beim Abschlusssymposium des "Covid 19 Forschungsnetzwerks Niedersachsen", kurz "COFONI", gezogen.
Insgesamt hat das Forschungsnetzwerk 38 Projekte gefördert, die nachhaltige Erkenntnisse aus der Pandemie gezogen haben. So wurde unter anderem im Rahmen der Long Covid-Forschung festgestellt, dass trainierte Hunde Post-Covid erschnüffeln können. Auch die psychischen Folgen der Pandemie bei Jugendlichen wurden untersucht. Dabei wurde festgestellt, dass stabile Beziehungen wichtig für das subjektive Wohlbefinden der Jugendlichen sind - und diese über die Krisen hinaus gestärkt werden müssen. Ein weiteres Thema, was Jugendliche betrifft: "Was junge Menschen erlebt haben in Richtung Einsamkeitserfahrung - das sind Themen, die wir auch bei uns im Ministerium sehr intensiv behandeln", sagte Philippi am Freitag beim Symposium in Hannover.
Mohrs: Pandemie wirkt bis heute nach
Niedersachsen sei auch wegen der Arbeit des 2020 gegründeten Netzwerks so gut durch die Pandemie gekommen, sagte der Gesundheitsminister. Ziel sei gewesen, die niedersächsischen Kompetenzen in der Pandemieforschung zusammenzuführen. Dabei ging es nicht nur um die medizinischen Aspekte, sondern auch um die Erforschung der Auswirkungen auf die Gesellschaft. Falko Mohrs (SPD), Minister für Wissenschaft und Kultur, sieht Niedersachsen damit als Vorreiter: "Das Besondere an in diesem Netzwerk ist, dass sehr früh die Sozialwissenschaften mit dazu gekommen sind." Allen sei die gesellschaftliche Dimension schnell bewusst gewesen. "Und wir sehen ja, wie das auch bis heute nachwirkt in der Gesellschaft", sagte Mohrs.
Was vom Netzwerk bleibt
Die interdisziplinäre Arbeit der verschiedenen Forscherinnen und Forscher habe Niedersachsen in ihrem Umgang mit der Coronapandemie sehr geholfen, betonen sowohl die Politiker als auch die Forscher bei dem Symposium. In Zukunft soll es weitere Forschungsnetzwerke geben. Dabei sollen die im Netzwerk geknüpften Kontakte die kommende Forschung erleichtern. Was auch bleibt: eine Infrastruktur mit Datenbanken, Tiermodellen, Testsystemen und Dokumentationen der gesellschaftlichen Auswirkungen - für besseres Wissen in einer weiteren Pandemie, aber auch für die weitere Erforschung von Pandemiefolgen wie Long Covid.