Eine rote Flagge weht vorm VW Logo in Emden.

Sparkurs bei VW: Gesprächstermin von Management und IG Metall steht

Stand: 23.09.2026 18:21 Uhr

Im Ringen um den Sparkurs bei Volkswagen treffen sich IG Metall, Betriebsrat und Management zu einem Gespräch. Zentral ist die Beschäftigungsgarantie bis 2030 für die Werke Emden, Zwickau und Hannover.

Bei dem sogenannten Überprüfungsgespräch am 30. September in Hannover soll es um die Frage gehen, ob und wie VW die Zusagen aus dem Zukunftstarifvertrag 2024 weiter einhält. Nachdem VW-Chef Blume seinen Sparkurs zuletzt noch einmal verschärfte, sehen IG Metall und Betriebsrat die Abmachung in Gefahr. Daher hatten die Arbeitnehmer Mitte September eine Klausel des Tarifvertrags gezogen und damit das Gespräch erzwungen. Volkswagen hatte das Gesprächsgesuch begrüßt. Es sei notwendig, um sich den zusätzlichen Herausforderungen der Branche zu stellen. "Vorstand und Aufsichtsrat sind übereinstimmend der Überzeugung, dass die Ende 2024 vereinbarten Maßnahmen nicht ausreichen, um die gemeinsam vereinbarte operative Umsatzrendite von neun Prozent zu erwirtschaften", hieß es Mitte September. Den Vorwurf, bestehende Vereinbarungen zu verletzen, wies Marken-Personalvorstand Arne Meiswinkel in einem internen Interview aber als "schlichtweg falsch" zurück.

Arbeitnehmer: Zweifel, ob VW an Zusagen festhält

Der Tarifabschluss war hart erkämpft worden: Nach Warnstreiks und einer einwöchigen Verhandlung hatten beide Seiten im Dezember 2024 schließlich eine Einigung erzielt. Der Kompromiss sieht den Abbau von 35.000 Jobs in Deutschland bis 2030 vor. Zudem wurden Bonuszahlungen und Zulagen gekürzt und Lohnerhöhungen gestrichen. Im Gegenzug sagte der VW-Vorstand unter anderem eine Beschäftigungsgarantie bis Ende 2030 und die Auslastung durch feste Fahrzeugmodelle für die Standorte Emden, Zwickau und Hannover zu. Von der IG Metall und Betriebsrat heißt es nun, Äußerungen des Vorstands hätten erhebliche Zweifel daran geweckt, ob das Unternehmen an den Zusagen uneingeschränkt festhalten will. Am Montag hatten bundesweit Zehntausende für den Erhalt von Jobs in der Automobilindustrie demonstriert, unter anderem in Wolfsburg.

Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) vor dem VW-Werk in Wolfsburg

Finanzminister und Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) sieht der Regierung in der Pflicht, die Zukunft der Branche zu sichern.

Protestaktion in Wolfsburg zum Erhalt der Jobs in der Automobilbranche.

Schwerpunkte der Proteste in Niedersachsen waren Hannover und Wolfsburg. Die Beschäftigten forderten Zukunftsperspektiven.

Dunkle Wolken ziehen über das Markenhochhaus auf dem Gelände vom VW Werk Wolfsburg hinweg.

Der Wolfsburger Konzern senkt seine Prognose für die Umsatzrendite auf ein Prozent. Bisher lag die Erwartung bei 4,0 bis 5,5 Prozent.

Wolfsburg: Eine Ampel leuchtet am Morgen neben dem VW-Markenhochhaus rot.

Nach den Betriebsversammlungen herrsche noch mehr Unsicherheit, so die Gewerkschaft. Der VW-Vorstand begrüßt den Schritt.

Das Markenhochhaus am VW-Stammwerk spiegelt sich in einer Pfütze.

Die Informationen stammen von einem Insider, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet. VW lehnte eine Stellungnahme ab.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 23.09.2026 | 18:00 Uhr

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