Explosion zerstört Kita - Träger sucht nach Lösungen für 88 Kinder
Die Martin-Luther-Kindertagesstätte im Wolfsburger Schachtweg ist am Sonntag zum Teil eingestürzt - vermutlich durch eine Gasexplosion. Verletzt wurde niemand. Für 88 Kinder wird nun nach Lösungen gesucht.
Die Mädchen und Jungen können diese Woche nicht betreut werden, ab nächster Woche sollen sie auf andere evangelische Einrichtungen aufgeteilt werden. Alle fünf Gruppen an einem gemeinsamen Ort unterzubringen, wird aber wohl nicht möglich sein, wie die evangelischen Kitas in Wolfsburg mitteilten. "Eine fertige Lösung, wo wir die 88 Kinder aus dem Martin-Luther Kinder- und Familienzentrum kurzfristig unterbringen können, haben wir noch nicht, aber es zeichnen sich Lösungen ab", sagte die pädagogische Leiterin, Stefanie Heidemann-Müller, am Montag. Vier der fünf Gruppen könnten jeweils als geschlossene Einheit versorgt werden. Zudem bestehe die Option, drei komplette Gruppen in städtischen Gebäuden unterzubringen, so Heidemann-Müller.
Weitere Kitas von Explosion betroffen
Um die Eltern zu entlasten, bemühe sich der Kirchenkreis um einen Shuttle-Service von einem zentralen Sammelpunkt aus, hieß es. Der soll den Angaben nach von vertrauten Fachkräften begleitet werden. Von der Explosion sind laut Heidemann-Müller auch weitere Kitas betroffen: Die Küche der Martin-Luther-Kita habe bislang täglich 500 frische Mahlzeiten für mehrere Einrichtungen gekocht. Diese Arbeit sollen zunächst nun zwei andere Küchen übernehmen.
Gutachter untersuchen Gebäude
Seit Montag untersuchen Gutachter die Ursache für die Explosion. Wie es mit dem Gebäude im Schachtweg weitergeht, sei noch ungewiss, sagte Stadtsprecher Henry Eichberg. Ihm zufolge bot sich am Sonntag ein erschreckendes Bild: Steine und Mauerteile hätten zusammen mit Fensterrahmen und Scheiben wild durcheinander gelegen, überall seien Glassplitter hingeflogen - auch auf die Spielgeräte im Außenbereich der Kita und sogar auf die Scheiben benachbarter Wohngebäude.
"Teil des Gebäudes nicht mehr existent"
"Ein Teil des Gebäudes ist nicht mehr existent" und liege "in Schutt und Asche", sagte Eichberg gegenüber NDR Niedersachsen. Der Schaden wird auf einen hohen sechsstelligen Bereich geschätzt. Oberbürgermeister Dennis Weilmann (CDU) kam am Sonntag zur Unglücksstelle und sprach mit den Einsatzkräften sowie der Leitung der Kindertagesstätte, wie die Stadt berichtete. Ersten Hinweisen zufolge könnte eine Gasexplosion die Ursache für den Einsturz sein. Durch die Druckwelle seien im Schachtweg auch Fenster umliegender Wohngebäude beschädigt worden, so Stadtsprecher Eichberg. Die Polizei schloss ein Fremdverschulden nicht aus, bezeichnete einen technischen Defekt aber als wahrscheinlicher.
Spürhunde suchten das Gelände ab
Mehrere Menschen hatten am Sonntagmorgen einen lauten Knall gehört und Polizei und Feuerwehr verständigt, wie eine Polizeisprecherin mitteilte. Die Einsatzkräfte hatten den Bereich weiträumig abgesperrt. Um sicher zu sein, dass keine Menschen unter den Trümmern liegen, suchten Spürhunde das Gelände ab. Der Superintendent des Kirchenkreises Wolfsburg-Wittingen, Christian Berndt, sagte, er sei "bestürzt und zutiefst erschrocken". Es sei nicht auszudenken, wäre das Unglück an einem Wochentag während des regulären Betriebes passiert.