Widerspenstige sagen "Nein" zu einer überflüssigen Kirche
"Manchmal können Gläubige nur mit dem Kopf schütteln - über die hohen Herren in der katholischen Kirche. Aber wie können Menchen noch glauben, wenn die Kirche für für sie überflüssig geworden ist?"
Viele Menschen in Gemeinden hoffen immer wieder, mit diesem Pfarrer ändert sich was, oder mit diesem Bischof, mit diesem Papst. Nicht wenige Gläubige haben die Geduld mit ihrer Kirche verloren und sich von ihr verabschiedet. Weil für sie eine unglaubwürdige Kirche schlichtweg überflüssig ist. Doch die Kirche ist nicht alles, wenn es um den Glauben geht. Und so versuchen manche ihren Glauben außerhalb der Kirche zu leben.
Kirche drängt zur Beichte, verdrängt aber Taten
Diese Menschen hat Hans-Joachim Sander in seinem Buch "Nach der Geduld und jenseits von egal" im Blick. Der Salzburger Professor für Dogmatik bleibt nicht stehen beim Elend der Kirche, er nimmt den gerissenen Geduldsfaden der Gläubigen auf. Und setzt auf Menschen, die sich verantwortlich sehen für ihren Glauben, die glaubwürdig bleiben wollen. Gerade dann, wenn die Institution unglaubwürdig geworden ist. Die Kirche unterscheidet zwischen den sündigen Gläubigen und den Auserwählten. Drängt sie die einen zur Beichte, verdrängt sie die Taten der anderen.
Widerspenstige Frauen und Männer glauben anders
Frauen und Männern verlassen die Kirche, weil ihr Glaube ihnen nicht egal ist. Sie stellen sich quer, die Botschaft so weiterzugeben wie bisher, als ob Traditionen alles sind. Diese widerspenstigen Frauen und Männer glauben anders, weil sie zurücklassen, was ihnen im Weg steht. Sie hinterfragen von der Kirche Festgelegtes und schieben bisher Selbstverständliches beiseite. Widerspenstige sagen Nein zu einer überflüssigen Kirche und Ja zu einem Glauben, der ihnen wichtig ist für ihr Leben außerhalb der Kirchenmauern.
Widerspenstige sind eine Zumutung für die Institution
Für den Salzburger Professor sind diese Glaubenden, die der Kirche gegenüberstehen, eine Zumutung für die Institution. Die kann sie links liegen lassen, kann aber auch auf sie zugehen, was sie selbst jedoch verändern würde, weil damit von ihr errichtete Mauern überwunden werden. Mauern, hinter denen der Glaube über Jahrhunderte festgehalten wurde.