Hand in Hand: Wie läuft die Suchthilfe in Niedersachsen?
"Hand in Hand für Norddeutschland. Leben ohne Sucht" - so heißt die NDR Benefizaktion, die vom 1. bis 12. Dezember 2025 läuft. Partner des NDR ist der Paritätische Wohlfahrtsverband, der vielfältige Hilfsangebote macht.
Der Paritätische ist ein Verband mit eigenständigen Mitgliedsorganisationen, Einrichtungen und Gruppierungen der Freien Wohlfahrtspflege. Im Landesverband Niedersachsen gibt es fast 900 Mitgliedsorganisationen und 41 Kreisverbände. Der Paritätische bietet in der Sucht- und Drogenhilfe Prävention, Beratung, ambulante und stationäre Rehabilitation, Nachsorge und Sucht-Selbsthilfe an.
Mehr Männer als Frauen bei der Suchttherapie
2023 haben insgesamt mehr als 46.000 Menschen in Niedersachsen die 75 Fachstellen für Sucht und Suchtprävention aufgesucht. Von den aufgenommenen Personen waren 67,1 Prozent männlich und 32,9 Prozent weiblich. 52,5 Prozent aller betreuten Personen in Niedersachsen waren zu Beginn zwischen 30 und 59 Jahre alt, 5,6 Prozent waren unter 20 Jahre alt, 18,4 Prozent waren 60 Jahre und älter. Sie kommen hauptsächlich wegen der Behandlung sogenannter stoffgebundener Süchte zur Suchttherapie. Dabei geht es in fast der Hälfte der Fälle um Alkohol, aber oft auch um andere Drogen:
- Alkohol (49,7 Prozent)
- Cannabinoide (19,2 Prozent)
- Opioiden (11,3 Prozent)
- andere psychotrope Substanzen (6,6 Prozent)
- Stimulanzien (2,3 Prozent)
Außerdem werden auch stoffungebundene Süchte behandelt:
- pathologisches Glücksspiel (3,5 Prozent)
- exzessive Mediennutzung (1,2 Prozent)
- Essstörungen (0,2 Prozent).
Prävention vor allem für Kinder und Jugendliche
Bei der Suchtprävention geht es zum Beispiel um Veranstaltungen in niedersächsischen Schulen, um Projekttage oder Vorträge. Die Prävention richtet sich nach Angaben des Landesverbands Niedersachsen an Menschen jeden Alters und Geschlechts, unabhängig von Kultur und Herkunft. Am häufigsten erreicht wurden:
- Kinder und Jugendliche (60 Prozent)
- konsumerfahrene Jugendliche (34 Prozent)
- Probierkonsumierende (19 Prozent)
- Eltern/Familienmitglieder (8 Prozent)
- Auszubildende (3 Prozent)