KI urteilt über Journalismus - wer steckt hinter Objection?

Sendung: NDR Fernsehen | ZAPP | 10.06.2026 | 17:00 Uhr 21 Min

Kein Tag vergeht ohne Schlagzeilen: Skandal hier, Enthüllung da. Und für diejenigen, die im Zentrum kritischer Berichte stehen, ist der Image-Schaden oft gigantisch. Das US-amerikanische Start-up „Objection“ – zu Deutsch „Einspruch“ - verspricht deshalb seinen zahlenden Kunden, Medienberichte mithilfe von Künstlicher Intelligenz zu prüfen – und im Zweifel unliebsame Presse aus dem Weg zu räumen. Ein KI-Tribunal: Schneller, günstiger und fairer als jedes Gericht. Klingt verlockend, oder?

Objection-Chef Aron D’Souza, enger Vertrauter von Tech-Milliardär Peter Thiel und auch bekannt als Gründer der umstrittenen Enhanced Games, kritisiert die Arbeit von Medienschaffenden und stellt die Arbeit von Gerichten in Frage. Er fordert von Journalistinnen und Journalisten mehr Transparenz – und das auch beim Umgang mit vertraulichen Quellen.

Kritiker beobachten schon seit Jahren, dass nicht nur US-Präsident Donald Trump, sondern auch die Tech-Bros aus dem Silicon Valley versuchen, Einfluss auf die Medien zu nehmen. Einer der größten Geldgeber hinter dem Start-up Objection ist Palantir-Gründer Peter Thiel, mit dessen Millionen schon das Klatschportal Gawker gerichtlich in die Knie gezwungen wurde.

ZAPP-Reporterin Lisa Beusch spricht mit Objection-Chef Aron D'Souza über Wahrheit im Journalismus und darüber, wer von seinem Angebot eigentlich am meisten profitiert. Kritiker wie ZEIT-Journalist Holger Stark sehen in dem KI-Tribunal vor allem eines: ein Einschüchterungsinstrument gegen kritischen Journalismus. Kann am Ende eine KI einen Richter ersetzen und zwischen richtiger und falscher Berichterstattung entscheiden?

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