Der Plagiatsjäger - Das Geschäft mit dem Vorwurf

Sendung: NDR Fernsehen | ZAPP | 02.09.2026 | 17:00 Uhr 36 Min

Ob die ehemaligen Spitzenpolitiker Annalena Baerbock, Robert Habeck, Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt oder die heiß diskutierte Kandidatin für das Bundesverfassungsgericht Frauke Brosius-Gersdorf: Ihnen allen wurden Plagiate unterstellt. Und hinter all diesen Vorwürfen steckt der selbsternannte Plagiatsjäger Stefan Weber.

Der Kommunikationswissenschaftler bietet seit Jahren die Erstellung seiner Gutachten gegen Bezahlung an. Er macht außerdem das Angebot, sich um eine Platzierung in den Medien zu bemühen.

Zwar inszeniert sich Weber als unabhängiger Wissenschaftler, lässt sich jedoch gleichzeitig für politische Kampagnen einspannen. Zu seinen Auftraggebern gehören das rechte Medienportal NIUS und die AfD.

ZAPP-Reporterin Lisa Beusch hat monatelang recherchiert. Ihr Film zeigt, welche zerstörerische Wirkung solche Vorwürfe entfalten – selbst dann, wenn sie sich als falsch herausstellen. Wie im Fall des Münchner Rechtsmediziners Matthias Graw, bei dem sich die Anschuldigungen am Ende als Racheakt entpuppten.

Die Recherche führt die Reporterin auch nach Österreich. Hier begann Stefan Webers Karriere, doch mittlerweile nehmen Österreichs Journalisten zunehmend Abstand. Besonders der Fall der ehemaligen SZ-Vizechefin Alexandra Föderl-Schmid sorgte für einen "Bruch", so beschreibt es die Journalistin Petra Stuiber im Interview. 2024 wurde Föderl-Schmid vermisst, nachdem Weber Plagiatsvorwürfe gegen Sie erhob.

Auch die Medienanwältin Maria Windhager geriet in Webers Visier, als sie einen Mandanten annahm, der sich gegen Webers Vorwürfe juristisch wehrte. In der ZAPP-Reportage erinnert sie sich an die Zeit, in der ihre wissenschaftliche Arbeit und damit ihr Ruf durch Webers Vorwürfe in Zweifel gezogen wurde. Über all das spricht sie auch mit den Journalisten Jochen Zenthöfer, Alexander Kühn und Michael Nikbajhsh. Was treibt Stefan Weber an? Und welche Rolle spielen dabei die Medien?

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