Rund um den Michel
Sonntag, 23. August 2026, 18:00
bis
18:45 Uhr
Was verbirgt Hamburg eigentlich hinter seinen Fassaden? Und welche Geschichten erzählen die Orte, an denen man sonst einfach vorbeigeht? In „Rund um den Michel – Hamburgs Hintertüren“ nimmt Moderatorin Dina Hille die Zuschauerinnen und Zuschauer mit auf eine Entdeckungstour durch das unbekannte Hamburg.
Gemeinsam geht es durch Türen, Tore und Hinterhöfe – zu Orten, die normalerweise verborgen bleiben. Zum Beispiel in den Bunker unter der S-Bahn-Station Reeperbahn. Ronald Roßig vom Katastrophenschutz der Stadt öffnet Türen zu einer Anlage aus der Zeit des Kalten Krieges. Dort zeugen noch heute eine Druckschleuse, eine Notküche für etwa 4.500 Menschen und mehrere hundert Betten von den damaligen Schutzplänen. Für die Öffentlichkeit sind die Räume nicht zugänglich.
In Eppendorf wartet dagegen eine grüne Überraschung: der versteckte Garten de L’Aigle. Bereits 1888 von der Familie de L’Aigle angelegt, ist er heute eine kleine Oase mitten in der Stadt. Zwischen Rosen und alten Apfelbäumen steckt eine besondere Familiengeschichte.
Außerdem schaut Dina Hille im Herzen von Sankt Pauli hinter die Kulissen feinster Hamburger Handwerkskunst. Im Atelier Stahlzeiten restauriert Uhrmachermeister Ralf Ditz alte Wand- und Standuhren und verbindet traditionelle Techniken mit modernem Metalldesign.
„Rund um den Michel – Hamburgs Hintertüren“ zeigt Hamburg von einer Seite, die selbst Kenner der Stadt noch überraschen kann – Sonntag, 23. August um 18 Uhr im NDR.
Garten der Alma de l'Aigle - ein kleines Blumenparadies in Eppendorf
Wer an geheime Gärten denkt, denkt an mystisch versteckte Gärten, üppig dicht bewachsen, mit hohen Steinmauern und mittendrin eine Geschichte. Auf dem Gelände der Stiftung Anscharhöhe, mitten in Eppendorf, liegt fast genauso ein Garten. Um 1888 kaufte hier Alexander de l'Aigle etwa 8.000 Quadratmeter Land. Neben einem kleinen Wohnhaus für seine Familie pflanzte er einen großen, blühenden Garten voller Obstbäume und Rosen. Heute sind nur noch knapp 1.800 Quadratmeter Garten übrig. Lange Zeit lag er im Dornröschenschlaf - aber nun gibt es wieder Pläne, um den Geist Almas wieder im Garten zu spüren.
Hamburgs Hinterhöfe – kleine Welten in der großen Stadt
Holger Schmidt, ist ein erfahrener Kenner der Hamburger Hinterhöfe, der schönen kleinen Passagen und Terrassen. Als Architekt gestaltet er mit seinem Team HS Architekten seit mehreren Jahrzehnten neue Orte dieser Art in Hamburg und außerhalb bzw. formt sie um oder frischt sie auf. Rund um den Michel zeigt der Architektur-Kenner die Vielfalt des verborgenen Stadtraums, seine kreative Entwicklungsarbeit und er beschreibt aus eigener Erfahrung, wie es sich in einem Hinterhof lebt.
Aus der Zeit gefallen - der Reeperbahn-Bunker
Er ist wie ein Ort aus einer anderen Zeit: Der Bunker in der S-Bahn-Station Reeperbahn. Und Ronald Roßig vom Katastrophenschutz der Stadt Hamburg ist einer der weniger, der hier überhaupt Zutritt hat. Denn für die Öffentlichkeit sind vor allem die Nebenräume eines der größten Atombunker der Stadt nicht gedacht. Hier stehen noch Relikte einer Druckschleuse, einer Notküche für etwa 4.500 Menschen oder mehrere hundert Betten. Schutzräume während des kalten Krieges. Im Falle eines Angriffs wäre die gesamte Station hermetisch abgeriegelt worden. Zum Einsatz ist der Bunker nie gekommen.
Der Herr der Schlüssel – hinter den Kulissen des Levantehauses
Das Levantehaus ist eines der berühmtesten Kontorhäuser Hamburgs. Seit mehr als 100 Jahren prägt es mit seiner preisgekrönten Fassade und verwunschenen Architektur, nur ein paar hundert Meter vom Hauptbahnhof, den ganz besonderen Character der Innenstadt. Hinter der Fassade verbirgt sich eine Menge Geschichte: 1912 erbaut, wurde das Gebäude im Zweiten Weltkrieg zerbombt. Danach zog bis in die 1970er Jahre die Zentrale der Firma Philipps ein, später Geschäfte und ein Hotel, in dem Weltstars, wie die Rolling Stones, übernachteten. Ein Gebäude mitten in Hamburg - und doch voller Geschichten und Geheimnisse, zu denen fast niemand Zugang hat. Wir haben drei Menschen getroffen, die die verborgensten Ecken kennen und dafür sorgen, die Seele des Levantehauses lebendig zu halten.
Feine Technik für große Teile
Im Herzen von St. Pauli arbeitet Uhrmachermeister Ralf Ditz in seinem Hinterhofatelier „Stahlzeiten“ an einer besonderen Mission: Er bringt alte Stand- und Wanduhren zurück ins Ticken oder alte Lampen zum Leuchten. Ob geerbtes Familienerbstück oder zufälliger Flohmarktfund – Ditz bewahrt mit Präzision und Fingerspitzengefühl, was sonst vielleicht verloren ginge. Der Uhrmacher war einst Boutique-Uhrmacher und steht heute für echtes Handwerk, Nachhaltigkeit und die Wertschätzung alter Dinge. In seiner Werkstatt treffen feinste Mechanik, Patina und persönliche Geschichten aufeinander. Wir zeigen, warum manche Dinge nicht ausgedient haben, sondern nur ein neues Comeback brauchen.
Familienbande in einem Hinterhof in der Oelkersallee
Während viele Teenager sich versuchen von ihren Eltern abzunabeln, wohnen Daniel Balewski und sein Sohn Fritz nicht nur zusammen - sie arbeiten auch noch gemeinsam. In einem Hinterhof in Hamburg-Altona führen sie einen Imbiss. Der Laden hat Vater und Sohn enger zusammengebracht und ganz nebenbei einen langen Traum erfüllt.
Die verborgenen Schätze der Kunsthalle - das Archiv wird digitalisiert
Wissen Sie, wie viele Werke es in der Kunsthalle gibt? Nicht nur die Ausgestellten, sondern alle: in den Archiven, in den Schubladen und Kisten. Da kommt einiges zusammen. Rund um den Michel hat einen Tag hinter die Kulissen der Kunsthalle geschaut - und ein Projekt begleitet, bei dem ALLE Werke der Sammlung digitalisiert werden.
Auf Tour mit der Kälte im Gepäck
Wenn Peter Rehr zur Arbeit fährt, sind auch im Sommer Handschuhe hilfreich. Denn hinter der dicken Tür einer Lagerhalle im Hafen ist Eiszeit angesagt. Minus 30 Grad herrschen in dem Kühlhaus voller Tiefkühlprodukte und Eis. Und je wärmer es draußen ist, desto mehr Kunden wollen Kaltes direkt vor die Tür. Deshalb braust Peter Rehr durch ganz Hamburg und beliefert Cafés, Kneipen und Restaurants mit seiner kalten Ware - direkt bis vor die Hintertür.
Neues Café in alter Tabakfabrik
In einem ruhigen Hinterhof in der Nähe der quirligen Hoheluftchaussee kann man ganz in Ruhe seinen Kaffee genießen. In einer ehemaligen Tabakfabrik, die heute unter Denkmalschutz steht. Kaffeehandel hat in Hamburg eine lange Tradition. Paula Mendes und Jörn Gorzolla gehörten zu den ersten, die ihren Kaffee in einer kleinen Rösterei selbst herstellten. Ihr neustes Café haben sie gerade erst in besagtem Hinterhof eröffnet.
- Produktionsleiter/in
- Andy Kaminski
- Redaktion
- Sandra Eichmann
- Redaktionsleiter/in
- Anja Günther
- Moderation
- Dina Hille