Eva Habermann steht vor einer hellblauen Wand

Podcast "Feel Hamburg" mit Schauspielerin Eva Habermann

Stand: 10.12.2025 05:00 Uhr

Eva Habermann kehrt im NDR-Podcast "Feel Hamburg" an die Wurzeln zurück - mit Humor, Offenheit und erstaunlicher Verletzlichkeit. Ein Porträt über Lampenfieber, Löwenkräfte und eine Hamburgerin, die nicht ohne Moin kann.

Eine Hamburgerin mit Fernweh - und Rückfahrkarte

Wenn Eva Habermann über Hamburg spricht, klingt es nach Heimathafen. "Ich freue mich so wieder in meiner Heimatstadt zu sein", sagt sie im Gespräch mit "Feel Hamburg" Host Daniel Kaiser. 39 Jahre hat sie hier gelebt, bevor Berlin lockte - vor allem wegen Rollen, Drehs und Theater. Hamburg bleibt dennoch "einfach höflicher".

Ihr Blick auf die Stadt ist direkt und trocken, typisch norddeutsch. Als Kind im Alstertal groß geworden, hatte sie "so ein bisschen Landfeeling", ohne auf die Stadt verzichten zu müssen. Die Balance aus Ruhe und Nähe zum Trubel zieht sich wie ein Muster durch ihr Leben.

Wenn die Diva nur gespielt ist

Eva Habermann steht in einem glitzernden langen Abendkleid auf dem roten Teppich
Pflichtprogramm bei der Berlinale: Posieren auf dem roten Teppich

Roter Teppich? Pflichtprogramm. Spaß? Eher nicht. "Ich spiele dann die Diva", sagt Habermann und lacht. Wenn die Fotografen brüllen, die Kameras klicken, liefert sie ab. Ihr Satz dazu wirkt wie ein kleiner Stoßseufzer: "Ich bin immer froh, wenn ich den roten Teppich hinter mir habe." Der Blick hinter die Kulissen ist entwaffnend ehrlich. Sie beschreibt das Showgeschäft nüchtern als Job, der mitunter anstrengend und unbarmherzig sein kann. Gleichzeitig schätzt sie an ihrem Beruf, wie unterschiedlich Rollen Denken und Perspektiven verändern können.

Zwischen Sensibilität, Stärke und Lampenfieber

Habermann macht keinen Hehl daraus, dass Nervosität zu ihrem Leben gehört. Nicht als Schwäche, sondern als Motor. "Du bist nur dann nervös, wenn dir etwas wichtig ist." Ihr neues Buch Lampenfieber lieben lernen, gemeinsam mit Ida von Wegen, versucht genau diesen Umgang zu entmystifizieren.

Ihr persönliches Spektrum ist groß: "Ich habe bestimmt in meinem Leben schon über 15 Mal eine Depression gehabt." Dazu komme eine familiäre Veranlagung. Die Offenheit, mit der sie darüber spricht, hat einen klaren Zweck: enttabuisieren. "Wie soll ich über psychische Themen reden, wenn ich nicht ehrlich bin?" Gleichzeitig zeigt sie konkrete Strategien: Vor Auftritten spielt sie Tetris oder Candy Crush, um die Angst zu erden. Wenn es richtig eng wird, helfen Atemtechniken oder ein kurzer Rückzug. Ein nüchterner Satz, der hängen bleibt: "Je nervöser du bist, desto mehr musst du wieder bei dir selbst ankommen."

Kindheit zwischen Rhododendron und Feuerlöwen

In den Walddörfern aufgewachsen, war Habermann als Kind "sehr fantasievoll" - und schnell überreizt. Ihre Lösung war kreativ: Sie erfand Anna, eine furchtlose Heldin. Für ihren Garten entwickelte sie sogar eine Landkarte voller Monster. Diese selbst gebaute Mutarchitektur half, Angst zu sortieren. "Ich musste meine Angst kategorisieren, um sie besser zu verstehen."

Dieser kindliche Mechanismus wirkt heute fast wie die Blaupause für ihr Coaching: Menschen beibringen, dass sie vor der Kamera nichts anderes sein müssen als sie selbst.

Sucht, Erbe, Selbstkontrolle

Mit bemerkenswerter Klarheit beschreibt Habermann die Schattenseiten ihrer Familiengeschichte: Ein Vater, der trank. Eine Mutter, die Benzodiazepine nahm. Für Habermann bedeutet das eines: Wachsamkeit. "Wenn ich das Gefühl habe, etwas kontrolliert mich, gebe ich meine Freiheit auf." Nur eine Sache hat sie noch im Griff: Zigaretten.

Was kommt als Nächstes?

Theater in Neuwied, ein Kinofilm mit Hape Kerkeling - Horst Schlemmer sucht das Glück - und ihr Song "Lioness", dessen Musikvideo im stillgelegten Frauengefängnis spielt. Die Zellen darin stehen sinnbildlich für den Kopf: "Wir sperren uns selbst ein, wenn wir glauben, was andere über uns sagen."

Vielleicht ist das der Kern ihres Porträts: eine Frau, die mutig genug ist, ihre Verletzlichkeit nicht zu verstecken, und stark genug, sie zu nutzen. Eine Löwin mit Sinn für Humor - und stets einer Prise Hamburg.

Den kostenfreien Podcast "Feel Hamburg" finden Sie hier, in der NDR Hamburg App, in der ARD Audiothek und bei anderen Podcast-Anbietern.

Frau genießt im Wintersonnenschein ein Brötchen am Hamburger Hafen.

Daniel Kaiser spricht mit Menschen aus der Stadt, die etwas zu erzählen haben.

Dirk Kowalke steht vor einer Wand voller Bilder.

Das Fischereihafen-Restaurant ist eine Hamburger Institution. Chef Dirk Kowalke kocht für Promis und ganz normale Menschen.

Der Schauspieler Marek Erhardt steht vor einer weißen Wand.

Er war TV-Star und HSV-Stadionsprecher - jetzt erzählt Marek Erhardt in seinem True-Crime-Podcast echte Kriminalfälle.

Jochen Spethmann steht in einer Halle

Kaufmann Jochen Spethmann ist seit einigen Jahren Vorsitzender der Versammlung ehrbarer Hamburger Kaufleute. Er erzählt, was es damit auf sich hat.

Björn Voss ist der Leiter des Hamburger Planetariums

Bjön Voss, Astrophysiker und Chef des Hamburger Planetariums, erklärt, wie wahrscheinlich ein Meteoriteneinschlag ist und wie die Wissenschaft davor schützen kann.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | "Feel Hamburg" | 23.07.2025 | 20:00 Uhr