Handball | Bundesliga
Thüringer HC feiert Saisonstart nach Maß - Sachsen Zwickau holt Punkt - Halle-Neustadt verliert
Viele neue Gesichter, aber kaum Anlaufschwierigkeiten: Der Thüringer HC präsentiert sich gegen Buxtehude bereits bestens aufgelegt. Sachsen Zwickau holt zum Saisonstart einen Punkte, Halle-Neustadt verliert.
Thüringer HC - Buxtehuder SV
Beim Thüringer HC ist vor dieser Saison kaum ein Stein auf dem anderen geblieben. Mit Johanna Reichert verlor das Team von Herbert Müller seine "wichtigste Angriffsspielerin", dazu verließen unter anderem Csenge Kuczora, Anika Niederwieser und Josefine Hanfland den Verein. Dem personellen Aderlass hat der THC auf dem Transfermarkt ordentlich entgegengewirkt. Gleich acht neue Spielerinnen verstärkten den Kader – drei davon kamen ausgerechnet vom Auftaktgegner Buxtehude: Jolina Huhnstock, Teresa von Prittwitz und Levke Kretschmann. Zumindest der Start in die neue Spielzeit ist mit dem 34:27 (15:10) gegen den BSV reibungslos geglückt.
THC verschafft sich schnell ein Polster
Dabei ließ der THC von Beginn an keinen Zweifel daran aufkommen, wer die Platte in der Salza-Halle als Sieger verlassen würde. Vor 1.346 Zuschauern war es vor allem die Defensive, die bereits im ersten Durchgang auf ganzer Linie überzeugte. Dahinter erwischte Keeperin Laura Kuske einen starken Tag und hatte nach 22 Minuten bereits neun Paraden auf dem Konto. Vorne nutzte unter anderem Teresa von Prittwitz ihre Chancen gegen die alten Kolleginnen und überwand die BSV-Keeperin gleich zweimal sehenswert per Lupfer. Nach 17 Minuten stellte Kelly De Abreu Rosa auf 12:6.
Der Vorsprung pendelte sich anschließend im Fünf- bis Sechs-Tore-Bereich ein. Der THC hatte alles absolut im Griff und spielte seinen Stiefel konsequent runter. Mit einer beruhigenden 15:10-Führung ging es in die Kabine.
THC zieht in der Schlussphase davon
Nach Wiederbeginn drückten die Gastgeberinnen sofort wieder aufs Gaspedal. De Abreu Rosa und zweimal Sabrina Tröster sorgten mit drei schnellen Treffern für das 18:11. Buxtehude zeigte anschließend zwar ein offensives Lebenszeichen und kam zwischenzeitlich bis auf vier Tore heran, wirklich gefährlich wurde es für den THC aber zu keinem Zeitpunkt. Vielmehr entwickelte sich zeitweise ein Spiel der Offensivreihen, in dem fast jeder Angriff saß. Zweistellig wurde es am Ende zwar nicht, dennoch war es ein dominanter Auftritt und ein deutlicher, absolut verdienter Sieg. Beste Werferinnen des THC waren Kretschmann und Tröster mit jeweils sechs Treffern.
Sachsen Zwickau rettet gegen VfL Oldenburg einen Punkt
Der BSV Sachsen Zwickau ist mit einem Remis in die neue Saison gestartet. Das Team von Trainer Norman Rentsch sicherte sich mit einem Schlussspurt gegen den VfL Oldenburg noch ein 30:30.
In der Zwickauer Stadthalle erwischten die Gastgeberinnen zunächst den besseren Start, führten nach vier Minuten mit 3:1. Dann kamen die Gäste besser in die Partie, gingen aber der neunten Minute in Führung. Und dabei blieb es bis weit in die zweite Halbzeit. Der BSV ließ aber nie abreißen, kämpfte sich immer wieder zurück in die Partie. Kurz vor der Pause machte Zwickau noch zwei Tore und ging nur mit einem 13:15 in die Kabine. Nach dem Wechsel wurde es packend, die Westsächsinnen kämpften sich heran, Oldenburg zog wieder davon.
Fünf Minuten vor Schluss traf Nina Ramusovic mit ihrem neunten Treffer zum 28:28. Doch dann schien Oldenburg sich doch noch durchzusetzen, erzielte zwei Tore in Folge. Nach dem 29:30 durch Viktoria Hasselbusch leisteten sich die Gäste einen technischen Fehler und erneut Hasselbusch schaffte 18 Sekunden vor Schluss den Ausgleich. Den hielt dann Torfrau Alexandra Humpert fest.
Wildcats schnuppern an Überraschung, Metzingen dreht Partie
Der SV Union Halle-Neustadt hat zum Bundesliga-Auftakt eine starke Leistung gezeigt, den ersten Punktgewinn aber knapp verpasst. Die Wildcats unterlagen den favorisierten TUSSIES aus Metzingen in der heimischen SWH.arena mit 30:32 (13:15).
Das Team von Neu-Trainer Pether Krautmeyer erwischte einen furiosen Start. Angeführt von Kapitänin Lea Gruber führten die Hallenserinnen früh mit 5:2 und hielten die Gäste lange auf Distanz. Nach 23 Minuten lag Union noch mit 11:10 vorn, Metzingen hatte bis dahin kein einziges Mal geführt.
Kurz vor der Pause kippte die Partie jedoch. Die TUSSIES drehten den Rückstand erstmals in eine Führung und gingen mit einem 15:13-Vorsprung in die Kabine. Nach dem Seitenwechsel legten die Gäste nach und zogen zwischenzeitlich auf sieben Tore davon (23:16).
Doch die Wildcats gaben sich nicht auf. Mit großem Kampfgeist arbeiteten sie sich noch einmal heran. Beim 23:25, später beim 26:29 und 29:31 lebte die Hoffnung auf eine Überraschung wieder auf. Näher als auf zwei Tore kam Halle-Neustadt allerdings nicht mehr heran. Den Schlusspunkt setzte Marie Polakova zum 30:32-Endstand.
Trotz der Niederlage darf Union Halle-Neustadt Mut aus dem Auftritt ziehen. Vor allem die erste Halbzeit zeigte, dass die Krautmeyer-Mannschaft gegen etablierte Bundesliga-Teams mithalten kann. Mit acht Treffern gehörte Kapitänin Lea Gruber zu den auffälligsten Wildcats und war eine der Garanten dafür, dass die Hallenserinnen bis zum Ende im Spiel blieben.