Stadtspaziergang
Weimar entdecken: Die zehn spannendsten Sehenswürdigkeiten
Das neu eröffnete Stadtschloss Weimar, die Wohnhäuser von Goethe und Schiller oder die Herzogin Anna Amalia Bibliothek – wir haben die beliebtesten Sehenswürdigkeiten für einen Ausflug nach Weimar zusammengestellt. Unter den "Top Ten" befinden sich aber auch einige Geheimtipps, zum Beispiel das Deutsche Bienenmuseum sowie die Jakobskirche, von der aus man den schönsten Ausblick über die Stadt genießen kann.
- Das Stadtschloss: Klassik in neuem Glanz
- Goethes Wohnhaus: Auf den Spuren des Dichters
- Park an der Ilm: Goethes Gartenhaus besichtigen
- Schillers Wohnhaus: Zeitreise und Besucherwerkstatt
- Bienenmuseum: Weimar für Familien
- Schloss und Park Belvedere: Barock-Vergnügen
- Rokokosaal der Herzogin Anna Amalia Bibliothek
- Haus am Horn: Einzigartige Bauhaus-Architektur
- Kirms-Krackow-Haus: Biedermeiergarten und Orangerie
- Jakobskirche: Der schönste Ausblick
Das Stadtschloss: Klassik in neuem Glanz
Das Weimarer Stadtschloss hat geöffnet: Die frühere Residenz der Herzöge und Großherzöge von Sachsen-Weimar-Eisenach wurde seit 2018 aufwändig saniert und wird nun von der Klassik Stiftung Weimar mit einem ganzen Themenjahr gefeiert.
Das Highlight ist die restaurierte Beletage im Ostflügel des Schlosses, hier können Besucherinnen und Besucher die neu konzipierte Dauerausstellung entdecken. Es geht um das Schloss als Residenz und Machtzentrum der Weimarer Klassik, wie sie von hier aus gefördert und politisch genutzt wurde. Die Ausstellung zeigt außerdem hochkarätige Kunstwerke, etwa ausgewählte Gemälde von Caspar David Friedrich oder die Cranach-Sammlung.
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Goethes Wohnhaus: Auf den Spuren des Dichters
Goethes Wohnhaus zählt zu den UNESCO-Welterbestätten und ist ein echter Besuchermagnet. Der Dichterfürst lebte fast 50 Jahre lang hier im Haus am Frauenplan, von seinem Einzug 1782 bis zu seinem Tod. Er starb 1832 hier, in seinem Schlafzimmer. Die Räume des Hauses wurden der Klassikstiftung zufolge nach seinen Idealen und Interessen gestaltet. Hier bewahrte er seine Bücher, seine Kunst- und naturwissenschaftlichen Sammlungen auf. Höhepunkt einer Besichtigung ist für viele Goethes Arbeitszimmer.
Auf der Rückseite des Wohnhauses liegt der Hausgarten, der weitestgehend dem Zustand der 1820er-Jahre entspricht. Goethes Wohnhaus steht im Mittelpunkt des Goethe-Nationalmuseums, das sich der Erforschung und Präsentation von Leben und Werk des Dichters widmet. Die Dauerausstellung trägt den Titel: "Lebensfluten – Tatensturm".
Park an der Ilm: Goethes Gartenhaus besichtigen
"Weimar ist eigentlich ein Park, in welchem eine Stadt liegt", hat der Schriftsteller Adolf Stahr einst über den Park an der Ilm gesagt. Tatsächlich liegt am Rande der Weimarer Altstadt ein 48 Hektar großer Landschaftsgarten, der zu einem ausgedehnten Spaziergang einlädt.
Es waren Herzog Carl August und Johann Wolfgang Goethe, die hier ihre Ideen von Gartenkunst verwirklichten. Goethe bekam darin sogar ein eigenes Gartenhaus. Es war sein erster Wohnsitz in Weimar. Heute kann man diesen idyllischen Ort besuchen, durch die Räume gehen und einige der originalen Möbel sehen.
Schillers Wohnhaus: Zeitreise und Besucherwerkstatt
Die letzten drei Lebensjahre verbrachte Schiller in seinem Wohnhaus an der Esplanade in Weimar. Seine berühmten Dramen "Die Braut von Messina" und "Wilhelm Tell" sollen hier entstanden sein, bis er 1805 in diesem Haus starb.
Ein Rundgang führt durch die Zimmer von Schillers Frau Charlotte und der Kinder sowie den Wohnbereich des Dichters. Höhepunkt der Ausstellung ist das Arbeitszimmer Schillers. Eine Besucherwerkstatt richtet sich zudem an Kinder und Familien – hier kann man Platz nehmen und an Mitmachstationen tiefer in die Zeit und Sprachwelt Schillers eintauchen.
Bienenmuseum: Weimar für Familien
Das Bienenmuseum ist in Deutschland einzigartig. Die Dauerausstellung vermittelt spannende Einblicke in die Biologie und Kulturgeschichte der Biene sowie in die Tradition der Imkerei. Ein besonderes Highlight ist die bedeutende Sammlung kunstvoll gestalteter Bienenbeuten, der sogenannten Figurenbeuten.
Auch der Museumshof mit seinem Bienenweidegarten lädt zum Entdecken ein: Dort können Besucherinnen und Besucher verschiedene belebte Schaubeuten, historische Bienenbeuten, einen Wanderwagen sowie ein Bienenhaus besichtigen. Ein Besuch ist gleichermaßen für Erwachsene und Kinder interessant. Abgerundet wird das Erlebnis durch einen Hofladen, ein Café mit Biergarten sowie regelmäßig stattfindende Märkte und Veranstaltungen.
Schloss und Park Belvedere: Barock-Vergnügen
Schloss Belvedere ist eines der schönsten Schlösser in Thüringen. Einst war es die barocke Sommerresidenz der Familie von Sachsen-Weimar und Eisenach. Es ist von einem weitläufigen Park mit Orangerie, Lust- und Irrgarten umgeben. Herzog Carl Friedrich ließ den englischen Landschaftsgarten mit seinen weiten, malerischen Blicken anlegen, wofür sogar der berühmte Gartenkünstler Hermann Fürst von Pückler-Muskau 1845 lobende Worte fand: Die Gestaltung der gesamten Anlage sei "vortrefflich gelungen".
Rokokosaal der Herzogin Anna Amalia Bibliothek
Auch die Herzogin Anna Amalia Bibliothek gehört zum UNESCO-Welterbe und zu Weimars Top-Sehenswürdigkeiten. Die Bibliothek wurde im Jahr 1691 gegründet und bekam den Namen der Herzogin, die eine Förderin war. Heute ist es eine öffentlich zugängliche Forschungsbibliothek, weltberühmt vor allem für ihren prachtvollen, ovalen Rokokosaal, der sich über drei Geschosse erstreckt. Trotz eines verheerenden Brandes im Jahr 2004 umfasst der Gesamtbestand des Hauses heute wieder rund eine Million Bücher.
Haus am Horn: Einzigartige Bauhaus-Architektur
Ein Meilenstein moderner Architektur ist das Haus am Horn. Es wurde vor rund 100 Jahren in Weimar als Musterhaus errichtet und galt als Inbegriff des Neuen Wohnens. Entworfen wurde es von Bauhaus-Meister Georg Muche: mit einer Grundfläche von nur zwölf mal zwölf Metern, mit funktional aufgeteilten Wohnräumen und ausgestattet mit Gasherd, Telefonanlage und Zentralheizung, was damals Luxus war. Über die wechselvolle Geschichte informiert eine Dauerausstellung. Wer mehr wissen will: Die App "Wo ist Walter?" lädt zu einem Hörspaziergang auf den Spuren des Bauhauses durch Weimar.
Kirms-Krackow-Haus: Biedermeiergarten und Orangerie
Das Kirms-Krackow-Haus zählt zu den ältesten Bürgerhäusern Weimars und war über Jahrhunderte hinweg ein beliebter Begegnungsort für Künstlerinnen und Künstler sowie Gelehrte. Berühmte Persönlichkeiten wie Franz Liszt, Johann Nepomuk Hummel und Hans Christian Andersen gingen hier ein und aus. Im Vorderhaus vermittelt das Museum der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten Einblicke in das Leben zu dieser Zeit.
Hinter dem Haus lädt der historische Garten mit seiner Orangerie zu einem Spaziergang zwischen Lavendel und Rosen ein. Besonders in den Sommermonaten entfaltet das Ensemble seinen besonderen Charme.
Jakobskirche: Der schönste Ausblick
Die Jakobskirche wurde ursprünglich als Pilgerkirche errichtet und blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Hier empfing Johann Wolfgang von Goethe den Segen für seinen gemeinsamen Lebensweg mit Christiane Vulpius, die später auch auf dem Kirchhof ihre letzte Ruhestätte fand. Im Herbst 1989 gingen von der Jakobskirche wichtige Impulse für die Friedliche Revolution in Weimar aus.
Wer die Kirche besucht, wird zudem mit einem besonderen Ausblick belohnt: Von der Türmerwohnung bietet sich ein einzigartiger Panoramablick über die Stadt, der als einer der schönsten Weimars gilt. Die Reisekasse wird hier im Übrigen auch geschont, denn der Eintritt ist frei.