US Open aktuell Neues Outfit, schwere Arbeit - Osaka kämpft sich in Runde zwei
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Osaka: neues Outfit, zwei Tiebreaks
Naomi Osaka - Anastasia Zakharova 7:6, 7:6
Die erste Runde bei einem Grand-Slam-Turnier bedeutet mittlerweile auch immer: Vorhang auf für den ganz großen Auftritt von Naomi Osaka. Die Japanerin mit dem Hang zu ausgefallenen Outfits nutzt die große Bühne mittlerweile gerne, um aus dem Walk on Court den Walk on Laufsteg zu machen. Und natürlich machte Osaka auch in der Mode-Metropole New York in der Night Session am Montag dabei keine Ausnahme.
Ihre Wahl dieses Mal: etwas Kapuze und viel weiße Scherpe. Und wer genau hinguckte, konnte erkennen, dass im Outfit kleine Zeitungsartikel über die 28-Jährige eingenäht waren. Modisch? Mal was ganz Neues. Die Botschaft dahinter? Unklar. Achja, Tennis spielte die vierfache Grand-Slam-Siegerin im Anschluss auch. So spektakulär ihr Auftritt vor der Partie gegen Anastasia Zakharova war, so kompliziert war im Anschluss ihr Zweit-Satz-Sieg. Zweimal musste Osaka in den Tie-Break, zweimal bewahrte sie die Nerven. Ein echtes Stück Schwerstarbeit. Aber eine Ansage gab es auch: "Ich will euch noch mehr Outfits zeigen."
Shelton nach Fehlstart in Runde zwei
Ben Shelton – Tallon Griekspoor 1:6, 6:1, 7:6, 6:2
Tennis ist hin und wieder schwierig zu erklären. Das neueste Beispiel: das Auftakt-Match von Lokalmatador Ben Shelton in New York. Der US-Amerikaner traf in der Night Session auf Tallon Griekspoor und die ersten beiden Sätze waren fast deckungsgleich. Das Kuriose dabei: den ersten gewann Außenseiter Griekspoor mit 6:1, den zweiten dann aber Favorit Shelton mit 6:1. Beide holten drei Breaks, einmal dauerte der Satz 28 Minuten, einmal 29 Minuten. Spielstand danach 1:1. Wieso einmal der eine so einbrach und einmal der andere? Sehr gute Frage.
Nachdem das Match nach einer Stunde quasi von vorne losging, durfte sich das Match im Anschluss auch endlich Match nennen. Der spannende dritte Durchgang dauerte so lange wie die beiden zuvor, Shelton gewann ihn schließlich im Tiebreak. Der Hoffnungsträger des Publikums, der weiterhin alles andere als sein bestes Tennis spielte, war nun in Front und wollte diese fahrige Auftaktpartie schnellstmöglich beenden. Nach einem frühen Break sicherte sich Shelton Satz vier und steht damit in der zweiten Runde. Da dürfte es aus seiner Sicht sicherlich gerne etwas glatter vonstatten gehen.
Swiatek meistert Auftakthürde
Iga Swiatek – Xiyu Wang 6:2, 6:3
Nein, es ist bislang wirklich nicht das Jahr der Iga Swiatek. Früh im Jahr gab es einen Trainerwechsel bei der Polin, all zu viel Wirkung zeigt das bislang jedoch nicht. Bei den Australian Open war im Viertelfinale Schluss, in Paris im Achtelfinale und in Wimbledon dann gar schon in Runde drei. In New York ist Swiatek auch deswegen nur an Position acht gesetzt. Umso spannender war daher, wie die US-Open-Siegerin von 2022 nun in das letzte Grand-Slam-Turnier des Jahres starten würde.
Zumindest diese Frage wurde in der Night Session am zweiten Turniertag hinlänglich beantwortet. In zwei Sätzen besiegte die 25-Jährige die Chinesin Xiyu Wang, die nur im zweiten Durchgang phasenweise mithalten konnte, relativ souverän. Wie weit es für Swiatek im Big Apple noch gehen kann – diese Frage ist damit jedoch noch längst nicht beantwortet. Vielleicht bietet der letzte Grand Slam des Jahres für Swiatek ja tatsächlich noch einen versöhnlichen Abschluss mit dieser Saison. Der Start ist jedenfalls gemacht.
Wawrinkas Grand-Slam-Karriere ist vorbei
Stan Wawrinka – Matteo Berrettini 6:7, 6:7, 0:6
Matteo Berrettini hatte gerade sein Erstrunden-Match gewonnen, war in die zweite Runde eingezogen, da brachte es der Italiener gut auf den Punkt, um was es auf dem Grandstand in New York am frühen Abend des Montags bei den US Open wirklich gegangen war. "Es war schön, den Platz noch einmal mit Stan Wawrinka teilen zu dürfen. Er ist eine Legende unseres Sports." Wie wahr. Der Schweizer stand zum letzten Mal bei einem Grand-Slam-Turnier auf dem Platz, die Drei-Satz-Niederlage gegen Berrettini beendete seine Karriere bei den vier großen Turnieren.
Bis zum Heim-Turnier in Basel im Herbst wird der mittlerweile 41-Jährige noch weiterspielen, das letzte Grand-Slam-Spiel seiner Karriere nahm den dreifachen Grand-Slam-Champion aber dann doch ziemlich mit. "Ich habe in all den Jahren hier in New York immer tolle Unterstützung erhalten. Danke für all euren Support in den ganzen Jahren", erklärte Wawrinka und ergänzte: "Ich liebe dieses Spiel so sehr, dass ich bis an meine Grenzen gehen wollte, und dieses Jahr ist meine Grenze erreicht. Ich werde es vermissen, ich werde es sehr vermissen. Es war mir sehr wichtig, noch einmal hier teilnehmen zu dürfen."
Um Berrettini zu zitieren: Am Montag verabschiedete sich eine "Legende dieses Sports" von der ganz großen Bühne. Die Tennis-Welt wird ihn vermissen.
Hanfmann hält gegen Tabilo nur kurz mit
Yannick Hanfmann – Alejandro Tabilo 3:6, 2:6, 7:6, 3:6
Im Tennis kann es manchmal schnell gehen. In einem Match, in einem Satz – ganz generell. Leidvoll musste das in seiner Erstrunden-Partie am Montagabend Yannick Hanfmann erfahren. Der Karlsruher bekam es mit Alejandro Tabilo, einem chilenischen Linkshänder, zu tun und fand sehr lange überhaupt keinen Zugang zu diesem Match auf Court 6. Was in den ersten zwei Sätzen bedeutete: Einbahnstraßen-Tennis und zwei klare Durchgänge, 3:6, 2:6.
Gegen den gut aufgelegten Tabilo lief Hanfmann nur hinterher und lag auch im dritten Satz schnell mit einem Break zurück. Dann aber begann sich der Karlsruher, insgesamt ja ein sehr ruhiger Zeitgenosse, endlich zu wehren. Er schaffte es in den Tiebreak und sicherte sich doch noch Durchgang Nummer drei. Zur Belohnung gab es sogar einen ganz kleinen "Jubel" zu sehen, als Hanfmann beide Arme zur Seite streckte. Immerhin. Der vierte Satz sah nach diesem kurzen Höhenflug dann aber wieder aus wie die ersten beiden. Die bittere Konsequenz: Der 34-Jährige schaffte es beim Grand Slam in New York auch im vierten Anlauf nicht in die zweite Runde.
Alcaraz mit souveränem Comeback-Sieg
Carlos Alcaraz - Roman Safiullin 6:4, 6:4, 6:4
Der Titelverteidiger ist zurück auf dem Court - und er hat die Nervenprobe souverän bestanden. Carlos Alcaraz hatte vier Monate lang wegen einer Handgelenksverletzung pausiert, war sich selbst nicht sicher, ob er tatsächlich schon wieder voll wettkampftauglich ist.
Doch den Beweis hat er jetzt angetreten: Glatt in drei Sätzen bezwang der Spanier den Russen, der ordentlich dagegenhielt, aber in den entscheidenden Momenten der ehemaligen Nummer 1 der Weltrangliste nichts entgegenzusetzen hatte. Alcaraz war zwar anzumerken, dass er noch nicht komplett wieder bei 100 Prozent ist - doch an diesem Abend in Flushing Meadows reichte das locker.
"Es waren sehr harte fünf Monate. Ich habe es sehr vermisst und bin glücklich", sagte Alcaraz hinterher mit einem breiten Grinsen. "Ich hatte ein paar Zweifel, aber ich habe mich einfach auf mein Spiel fokussiert, und es auf mich zukommen lassen. Körperlich fühlte es sich ziemlich gut an.
Korpatsch verliert trotz Aufholjagd
Lilli Tagger – Tamara Korpatsch 6:0, 7:6 (7:4)
Bittere Pleite für die deutsche Nummer eins in New York: Tamara Korpatsch ist bei den US Open nach einem Nervenkrimi bereits in der ersten Runde ausgeschieden. Die Weltranglisten-48., die im Juli mit einem Turniersieg in ihrer Heimatstadt Hamburg noch für Furore gesorgt hatte, unterlag der hochveranlagten Lilli Tagger (18) aus Österreich mit 0:6, 6:7 (4:7). "Ich bin gestern etwas krank geworden, es war körperlich eine Quälerei", erklärte Korpatsch nach dem Match.
Erst nach zehn verlorenen Spielen schaffte es Korpatsch beim Stand von 0:4 im zweiten Satz auf die Anzeigetafel, das Aufbäumen war aber vergeblich. Nach unterhaltsamen 1:56 Stunden verwandelte Tagger, die mit ihrer einhändigen Rückhand und soliden Grundschlägen lange Zeit eine starke Partie zeigte, ihren ersten Matchball.
Sabalenkas Sieg für die Seele
Aryna Sabalenka - Camila Osorio 6:2, 6:4
Nach schwierigen Wochen hat die Tennis-Weltranglistenerste Aryna Sabalenka einen wichtigen Auftaktsieg bei den US Open eingefahren. Die viermalige Grand-Slam-Siegerin schlug Camila Osorio aus Kolumbien mit 6:2, 6:4. Die Zweifel an ihrer Form konnte Titelverteidigerin Sabalenka dabei aber nur teilweise ausräumen.
"Ich bin sehr zufrieden mit dem Level", sagte sie dennoch nach der Partie im On-Court-Interview - und erklärte ihre Herangehensweise bei der Jagd auf den dritten Titel bei den US Open: "Ich konzentriere mich auf mich selbst und versuche, die Zeit in New York zu genießen."
Korpatsch und Hanfmann als erste Deutsche gefordert
Am Montag deutscher Zeit starten die ersten deutschen Tennisprofis in die US Open. Tamara Korpatsch macht ab 17 Uhr den Auftakt gegen die Österreicherin Lilli Tagger, Yannick Hanfmann ist um 20.25 Uhr gegen den Chilenen Alejandro Tabilo angesetzt. Beide Spiele gibt es im Live-Ticker bei sportschau.de.
Alcaraz-Comeback gegen Safiullin
Nach einer langwierigen Handgelenksverletzung kehrt die ehemalige Nummer 1 der Weltrangliste, Carlos Alcaraz, auf den Court eines Grand-Slam-Turnier zurück.Gegner des Spaniers ist der Russe Roman Safiullin, aktuell 99. der Weltrangliste. Alcaraz zweifelt offenbar noch ein wenig an seiner Fitness und sagt mit großem Respekt: "Ich muss meinen Leuten vertrauen, die mir sagen, dass alles gut wird. Ich kann nur mein Bestes geben."
Venus Williams früh draußen
Venus Williams - Sofia Kenin 2:6, 6:7 (6:8)
Die siebenmalige Grand-Slam-Siegerin Venus Williams hat bei den US Open erwartungsgemäß die zweite Runde verpasst. Die 46 Jahre alte US-Amerikanerin verlor gegen ihre Landsfrau Sofia Kenin 2:6, 6:7 (6:8). Kurz nach zwei Uhr nachts war das Match nach 1:48 Stunden und einem Vorhandfehler zu Ende. Im Tiebreak hatte sie bereits 6:2 geführt, vergab aber vier Mal die Chance auf den Gewinn des zweiten Satzes.
Geschwächter Djokovic verliert in der ersten Runde
Novak Djokovic - Mariano Navone 6:7 (5:7), 7:5, 6:4, 2:6, 1:6
Novak Djokovic hat sich in seinem Auftaktspiel bei den US Open mehrfach auf dem Platz übergeben und ist trotz eines großen Kampfs ausgeschieden. Der Grand-Slam-Rekordsieger verlor in einem dramatischen Spiel gegen den argentinischen Außenseiter Mariano Navone. Gegen Ende des 4:36 Stunden langen Matches stand Djokovic zeitweise mit Tränen in den Augen auf dem Platz im Arthur-Ashe-Stadion.
Bublik besiegt Lokalmatador
Alexander Bublik – J.J. Wolf 6:4, 6:2, 3:6, 6:1
Alexander Bublik ist nicht wirklich dafür bekannt, sich allzu viele Gedanken darüber zu machen, mit wem er es auf dem Tennis-Court zu tun bekommt. Der Kasache zieht sein unkonventionelles Spiel durch – egal, was passiert. Das macht Bublik-Matches sehr oft sehr interessant. So war es ihm am ersten Tag der US Open am Sonntag auch relativ egal, dass er gleich zum Start einen Lokalmatadoren aus dem Turnier warf.
Kontrahent J.J. Wolf konnte dem aufschlagstarken Bublik nur im dritten Satz etwas entgegensetzen, ansonsten drückte der Favorit aufs Gaspedal und brauchte für seinen Viersatz-Sieg am Ende nur etwas mehr als zwei Stunden. Auch das ist bei Bublik-Matches fast immer gleich: Es geht zackig zur Sache. Mal sehen, wie weit es für den Kasachen in diesem Jahr gehen kann.
Svitolina stürmt in Runde zwei
Elina Svitolina – Solana Sierra 6:1, 6:2
Man darf es ruhig so sagen: Der Rasen-Klassiker in Wimbledon Anfang Juli war so gar nicht das Turnier von Elina Svitolina. Beim dritten Grand-Slam-Turnier des Jahres scheiterte die Ukrainerin als Einzige aus den Top 10 bereits in der ersten Runde. Nach nur zwei Sätzen war gegen Landsfrau Snihur schon Schluss. Ein frühes, bitteres Ende.
Das sollte sich bei den US Open aus Sicht der an Nummer neun gesetzten Svitolina nicht wiederholen. Und die Ukrainerin, die 2019 in New York das Halbfinale erreichen konnte, zeigte bei ihrem Auftakt-Match gegen Solana Sierra, dass sie aus den Fehlern von London gelernt hatte. Mit einer konzentrierten Leistung ließ Svitolina ihrer Kontrahentin aus Argentinien, die sehr viele einfache Fehler einstreute, nicht den Hauch einer Chance und stürmte durch ihr 6:1, 6:2 in gerade einmal 52 (!) Minuten regelrecht in die zweite Runde.