Am Sonntagnachmittag hat im Potsdamer Luftschiffhafen zum vierten Mal das Sportfestival "Inklusiv gewinnt" stattgefunden. Bei bestem Wetter kamen dabei auch in diesem Jahr zahlreiche Athletinnen und Athleten mit und ohne Behinderungen zusammen, um gemeinsam Sport zu machen. Sie duellierten sich dabei erstmals im Fußball, Breakdance, 3x3‑Basketball und Karate.
Rollstuhlfahrer und Fußgänger beim 3x3
Beobachtet wurden die Sportlerinnen und Sportler dabei nicht nur von rund 3.500 Gästen im Luftschiffhafen, sondern auch von Katarina Witt. Die Eiskunstlauf-Olympiasiegerin war als Schirmherrin vor Ort, zeigte sich am rbb-Mikrofon begeistert von dem Event und sah in ihm auch einen gewissen Vorbildcharakter. "Wir wollen den Vereinen zeigen, dass es funktioniert, wenn Athleten mit und ohne Beeinträchtigung zusammen Sport machen", sagte Witt am Sonntag.
Wie genau das aussehen kann, wurde unter anderem beim 3x3 veranschaulicht. Dort spielen – anders als im klassischen Basketball – zwei Mannschaften mit jeweils drei Spielerinnen und Spielern auf einen Korb gegeneinander. Bei "Inklusiv gewinnt" wurden die Regeln am Sonntag extra so angepasst, dass Menschen im Rollstuhl und sogenannte Fußgänger gemeinsam spielen konnten. Für Letztgenannte war die Zone zwischen Korb und Freiwurflinie tabu, weil dort die Rollstuhlfahrer um die beste Position für Anspiele und Abschlüsse rund um den Ring kämpften.
Beim Breaking, der Wettkampfform des Breakdances, boten die Tänzerinnen und Tänzer unabhängig von möglichen körperlichen Einschränkungen ansehnliche Choreos. Beim Karate wurden mit großer Genauigkeit sogenannte Katas präsentiert und die Punkte von je einem Athleten mit und einem Athleten ohne Behinderung kombiniert. Und beim Fußball standen die Sportlerinnen und Sportler gemeinsam auf dem Rasen.
"Wir zeigen, dass alles möglich ist"
Einer von ihnen war Tim Hoch von der Lebenshilfe Potsdam. Er sah sich am Sonntag unter anderem der einstigen Top-Spielerin Isabel Kerschowski gegenüber, die einst mit Turbine Potsdam die Champions League und sieben deutsche Meisterschaften gewann. "Es hat sehr viel Spaß gemacht, gegen die Profis zu spielen – aber es war auch ganz schön anstrengend", fasste er nach dem Spiel schwer atmend zusammen.
Mit schon wieder ruhigerem Atem trat hingegen Niklas Schäck ans Mikrofon. Der 18‑Jährige wurde ohne linken Unterarm geboren, was ihn allerdings nicht davon abhält, eine Karriere als Profisportler zum Ziel zu haben. Aktuell spielt der gebürtige Nürnberger beim Regionalligisten Hallescher FC in der U19‑Bundesliga. "Wenn mich Leute zum ersten Mal sehen, fragen viele sich, ob ich so überhaupt Fußball spielen kann", sagte Schäck am Sonntag, "aber das merken sie dann schon."
Geht es nach Katarina Witt, soll es in Zukunft noch viel mehr Menschen wie Niklas Schäck geben. Menschen, die mit einer körperlichen oder geistigen Behinderung in den Alltag gewöhnlicher Sportvereine integriert werden. Die Wettbewerbe von "Inklusiv gewinnt" haben am Sonntag gezeigt, dass es dafür zwar Engagement und etwas Kreativität in der Regalauslegung braucht, es aber durchaus möglich ist. Oder um es in den Worten von Katarina Witt zu sagen: "Wir zeigen, dass alles möglich ist."
Sendung: rbb Inklusiv gewinnt, 30.08.2026, 18:05 Uhr
Video: rbb, 30.08.2026, Moderation von Silke Beickert
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