Der 1. FC Nürnberg hat seinem traumhaften Saisonstart ein weiteres Kapitel hinzugefügt. Im heimischen Max-Morlock-Stadion verzückten die Franken ihre Fans mit einem fabelhaften Auftritt und fuhren gegen Arminia Bielefeld einen souveränen Sieg ein (4:1). Mit neun Punkten aus drei Spielen rangiert der FCN weiterhin auf Platz eins der Tabelle. Übrigens: Drei Siege zum Saisonstart feierte Nürnberg zuletzt im Jahre 1999.
Nürnberg glänzt mit brutaler Effizienz
Im Vergleich zum etwas glücklichen Weiterkommen in der 1. Runde des DFB-Pokals gegen Viktoria Köln (5:4 i.E.) am vergangenen Samstag nahm Trainer Miroslav Klose zwei Wechsel vor. Kristian Mandic übernahm in der Abwehr für Fynn Otto, außerdem begann Finn Becker im Mittelfeld für Rafael Lubach.
Bereits in der Anfangsphase offenbarte sich: Beide Mannschaften lauern auf Umschaltmöglichkeiten. Den ersten gefährlichen Stich der Partie setzte Nürnberg - und ging damit prompt in Führung. Nach einem Ballgewinn kurz hinter der Mittellinie marschierte Mohamed Alì Zoma über den linken Flügel nach vorn. Mit einer Körpertäuschung ließ er Maximilian Großer im Strafraum stehen, zog nach innen und schlenzte die Kugel aus etwa 13 Metern ins kurze Eck (13.). Bielefeld war anschließend bemüht eine Antwort zu finden, mit der brutalen Effizienz der Hausherren konnte die Truppe von Oliver Kirch aber nicht mithalten. In der 22. Minute brachte Becker den Ball von links auf den zweiten Pfosten, wo Tim Janisch völlig alleingelassen aus rund zehn Metern volley zum 2:0 einschob.
Markhiev mit etwas Glück zum 3:0
Trotz des 0:2-Rückstands konnte Bielefeld sich bis dahin kaum etwas vorwerfen, nach dem zweiten Tor des Abends wurde Nürnberg jedoch immer ballsicherer und ließ die Gäste aus Nordrhein-Westfalen vor allem in den Zweikämpfen immer wieder alt aussehen. Kurz vor der Pause war der Club trotzdem etwas im Glück: Adam Markhiev fasste sich aus rund 25 Metern ein Herz. Torhüter Jonas Kersken hätte den strammen Schuss wohl gehalten, im Strafraum wurde der Abschluss aber von Stefano Russo unhaltbar abgefälscht (38.).
Auf der Gegenseite war Torhüter Jan Reichert, der eine Woche zuvor gegen Viktoria Köln mit zwei gehaltenen Elfmetern zum Pokal-Helden und wenige Tage später auch noch Vater geworden war, ein sicherer Rückhalt.
Nürnberg lässt nichts mehr anbrennen
In der zweiten Halbzeit plätscherte die Partie vor sich hin, bis Markhiev mit seinem Doppelpack den Deckel drauf machte. Bielefelds Hintermannschaft klärte einen Vorstoß der Nürnberger nur unzureichend, wodurch der Ball rund 22 Meter vor dem Tor vor den Füßen des 24-jährigen Finnen landete. Markhiev fackelte nicht, zog eiskalt ab und versenkte das Leder links unten (67.). Neun Minuten später betrieb die Arminia mit einem Traumtor von Marius Wörl, bei dem er aus knapp 45 Metern Keeper Reichelt überraschte, nur noch Ergebniskosmetik.
In dieser Verfassung sind die Nürnberger ein Kandidat, um auch über den dritten Spieltag hinaus ganz oben mitzuspielen. Ein Rekord ist aber keine Garantie. In der Saison 1999/2000 war der Club ebenfalls mit drei Dreiern gestartet, die Rückkehr ins Oberhaus schaffte er damals jedoch nicht.
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