Unmittelbar vor Transfer-Showdown Causa Krösche sorgt für große Unruhe bei Eintracht Frankfurt

Die Eintracht steht vor zwei wichtigen Tagen. Die zentrale Frage: Was kann Markus Krösche auf dem Transfermarkt noch alles umsetzen? Flankiert wird der Wechsel-Showdown ausgerechnet von Spekulationen um den Manager selbst. Und die Frage, wann er geht.

Eintracht-Sportvorstand Markus Krösche.
Eintracht-Sportvorstand Markus Krösche. Bild © IMAGO
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Nimmt man sich die offiziellen Aussagen der Frankfurter Entscheidungsträger vor, ob nun jene vom Aufsichtsrat, Vorstand oder dem Trainer, dann herrscht bei der Eintracht zwar kein eitel Sonnenschein, das wäre übertrieben. Die Großwetterlage aber wirkt doch angenehm. Der eine, Coach Adi Hütter, pflegt demnach mit dem anderen, Sportchef Markus Krösche, ein "sehr ordentliches Verhältnis". Der nächste, Aufsichtsratschef Mathias Beck, sieht "keinen Anlass" über den zweiten, Krösche, zu spekulieren. Und der mächtigste Mann von allen, Vorstandssprecher Axel Hellmann, ist ohnehin die Ruhe selbst - und schweigt. Ist das also alles Quatsch, was der Boulevard mit seinem plakativen Titel vom "Bosse-Beben" vergangene Woche auf den Tisch gebracht hat? Mitnichten.

Vor und nach dem Frankfurter 3:3 bei Union Berlin war die Zukunft von Markus Krösche ein beherrschendes Thema. Nicht nur bei Medienanfragen, die der Sportchef (nachvollziehbarerweise) kurz angebunden abblockte, sondern vor allem bei den Fans. Es schwingt gerade eine Menge Unsicherheit im Umfeld des Klubs mit, genährt von einer - wohlwollend ausgedrückt - äußerst langatmigen Transferphase. Dazu der vorherige Krösche-Flirt mit der AC Mailand sowie der bekannt gewordene Immobiliendeal in Kroatien.

Transfer-Showdown mit etlichen Kandidaten

Krösche jongliert zwei Tage vor Ende der Transferphase noch mit derart vielen Bällen herum, dass nicht wenige vermuten, er könnte sich übernommen haben. Einerseits. Andererseits sollte dies schlicht erst ab Dienstagabend abschließend bewertet werden. Obwohl die Eintracht am Wochenende mit Michael Zetterer und Arthur Theate bereits zwei Gutverdiener abgeben konnte, sind kurz vor dem Transfer-Showdown mit Jean-Mattéo Bahoya, Ritsu Doan, Hugo Larsson, Niels Nkounkou und sogar Kaua Santos noch reichlich Abgangskandidaten im Kader vertreten.

Auf der Zugangsseite sind neben der fixen und nur noch nicht verkündeten Verpflichtung von Innenverteidiger Lilian Brassier ebenfalls zwei, drei weitere Verpflichtungen vorstellbar. Nach einem weiteren Angreifer wird trotz des Dreierpacks von Younes Ebnoutalib mit Hochdruck gesucht, der Name von Arnaud Kalimuendo taucht dabei wieder häufiger auf als noch vor zwei, drei Wochen. Der Franzose stand zuletzt nicht im Kader von Nottingham Forest.

Zudem sind die Nöte auf den defensiven Außenbahnen offensichtlich, bei Abgängen von Bahoya und Doan wären sie es auf den offensiven Flügeln ebenfalls. Eine Menge los also - was automatisch zum Hauptkritikpunkt an Krösche führt. Dass der Sportchef in diesem Sommer zu viel gepokert und zu spät auf Kadermängel reagiert hat.

Krösche-Trennung bei Aufsichtsratssitzung wohl kein Thema

Spätestens nach der 0:7-Testspiel-Schmach von Brentford wurden nicht nur Fans und Medien unruhiger, sondern auch der Trainer. Hütter machte intern Druck und verhielt sich damit deutlich anders als etwa Vor-Vorgänger Dino Toppmöller. Freilich immer mit dem Ansinnen, das Beste für den Klub herauszuholen. Letztlich wurde Hütter genau dafür verpflichtet, um mit seiner Erfahrung den Finger in offene Wunden zu legen. Krösche soll seinerseits anfangs kein großer Verfechter (auch kein Feind) einer Hütter-Verpflichtung gewesen sein, liebäugelte mit anderen Kandidaten, bekam jedoch sanften Druck aus dem Verein heraus.

Am Mittwoch, also einen Tag nach Transferschluss, steht die turnusmäßige Sitzung des Aufsichtsrats an. Krösche wird dort wie gewohnt vorsprechen. Die Spekulationen, der 45-Jährige würde danach womöglich sofort gehen, sind im Boulevard verschriftlicht. Allerdings, so die hr-sport-Infos: Passiert nichts völlig Überraschendes, passiert eben erstmal nichts. Freilich wird der Sportvorstand erklären, wie er den Transfersommer wahrgenommen hat, was aus seiner Sicht gut und weniger gut gelaufen ist und vor allem die Gründe dafür benennen.

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Im Hintergrund sieht man ein Fussballstadion, davor links das Logo vom 1. FC Union Berlin und rechts das Logo der Eintracht Frankfurt
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Stimmungsumschwung nur auf dem Platz

Die liegen gewiss nicht allein bei Krösche, sondern auch bei den Vorgaben des Aufsichtsrats, neben der Zusammenstellung eines starken Kaders auch noch einen erheblichen Transferüberschuss zu erzielen. Eine Trennung von Krösche wird es in dieser Woche ziemlich sicher nicht geben, mittelfristig aber ist dies allemal möglich. Der Vertrag des Managers in Frankfurt läuft bis 2028. Dass die Zusammenarbeit bis dahin hält, ist unwahrscheinlich. Die Bild berichtet gar von einem Ende in diesem Jahr Kalenderjahr. Kurzum: Dass der Klub in absehbarer Zeit eine Trennung von Krösche forciert, ist nicht ausgeschlossen. Ebenso wie umgekehrt. Gleichzeitig aber auch, dass erstmal alles so bleibt, wie es momentan ist. Kompliziert, so alles in allem.

All das zeigt aber: Es herrscht große Unruhe bei der Eintracht. Der für den Sommer angepeilte Stimmungsumschwung mag auf dem Platz zwar bisher funktioniert haben (vor allem dank Hütter), fernab davon aber ist die Uneinigkeit an zu vielen Stellen an die Öffentlichkeit geraten - auch wenn sich die offiziellen Aussagen nicht danach anhören.

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Sendung: hessenschau.de, So ist die Lage rund um Markus Krösche,

Quelle: hessenschau.de

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