Cassandra Wilson mit Sonnenbrille und nach oben gehobenen Armen auf einer Bühne
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Unverwechselbar & charismatisch "Lady Night" Zum Tod der Jazzsängerin Cassandra Wilson

Im Juni trat sie noch beim Toronto Jazz Festival auf, am 1. September 2026 ist Cassandra Wilson im Alter von 70 Jahren in Jackson, Mississippi gestorben – ihrem Geburtsort –, friedlich im Kreis ihrer Familie. Cassandra Wilson hat mit ihrer warmen, kraftvollen Stimme die Herzen bewegt und in ihrer Musik Blues, Folk, Country und Jazz miteinander verbunden.

Ihr Musikerkollege, der Pianist Jon Batiste sagte über Cassandra Wilson: ihre Stimme habe wie der Süden der USA geklungen. Sie war unverwechselbar und auch eine große Songwriterin und Komponistin.

Cassandra Wilson machte sich Songs und Stücke von Dinah Washington, Billie Holiday, Joni Mitchell, Sting und Miles Davis zu eigen, ehrte damit ihre Vorgängerinnen und beschritt weiter ihren ganz eigenen Weg. Sie sah sich als eine Künstlerin, die sich nach vorne bewegt auf dem Pfad der Musik, gemeinsam mit anderen.

Tiefe Stimme & kraftvolle Weiblichkeit

Cassandra Wilson kam aus Jackson, Mississippi, eine echte Südstaatenpflanze. Sie lernte mit sechs Jahren Klavier und mit zwölf Gitarre. In den 1980er Jahren zog sie nach New York und wurde Mitglied von Steve Colemans funkigem M-Base Collective. Ihr Album "Blue Light 'Til Dawn" erschien bei Blue Note Records und inspiriert bis heute Sängerinnen, über das American Songbook hinaus zu gehen und eigene mutige Texte und Melodien zu schreiben. Ihre Grooves waren mitreißend und ihre Balladen erzeugten Gänsehaut. Cassandra Wilson bekam zwei Grammys, den Django d'Or, den Edison Music Award, den National Endowment for the Arts und ihr Wohnort ist auf dem Mississippi Blues Trail markiert.

Cassandra Wilsons Lebenslust verlieh ihr ein strahlendes Charisma auf der Bühne. In ihrem Gesang klang eine fast schon streitbare Lebensbehauptung durch, sie rief die Töne raus, und beeinflusste ganze Generationen von Fans mit ihrer tiefen Stimme, ihrer kraftvollen Weiblichkeit.

Cassandra Wilson "Lady Night"

Viele ihrer Songs handeln von der Liebe zur Nacht, und tatsächlich akzeptierte sie den Titel "Lady Night" – im Gegensatz zu Billie Holiday, der "Lady Day". Sie war eine Meisterin darin, Schichten von nächtlichen Stimmungen zu erzeugen, damit man zum Himmel schauen und sich vorstellen könnte, zu anderen Planeten zu reisen.

Auf ihrem letzten Studioalbum "Coming Forth by Day", einer Hommage an Billie Holiday, ließ sich Cassandra Wilson vom ägyptischen Totenbuch inspirieren. Die Ägypter glaubten ja nicht an die Endgültigkeit des Todes sondern an einen Übergang bis zur Wiedergeburt.

Cassandra Wilson glaubte genau wie die Ägypter, dass wir immer wiederkehren. Das ist tröstlich. Bis zu Wilsons Wiederkehr haben wir die bahnbrechenden und vielfältigen Aufnahmen der großen Sängerin und Songwriterin.

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ARD Jazz
Ein Beitrag von Mauretta Heinzelmann
Ausstrahlung: am 3.9.2026 auf NDR Kultur
Bildrechte: NDR | dpa

Dieses Thema im Programm: ARD Jazz | 3.9.2026

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